260 Tote: Vor Absturz der Air India mit Absicht Sprit-Zufuhr gestoppt

260 Tote: Vor Absturz der Air India mit Absicht Sprit-Zufuhr gestoppt

Der im Juni abgestürzte Air‑India‑Flug AI 171 endete offenbar wegen einer abrupten Unter­brechung der Kraftstoff­zufuhr in einer schrecklichen Tragödie: Die beiden Fuel‑Control‑Switches der Boeing 787‑8 Dreamliner wurden innerhalb einer Sekunde von „RUN“ auf „CUTOFF“ gestellt – exakt der Befehl, der die Triebwerke schlagartig abwürgt.

Auf dem Cockpit‑Stimmenrekorder ist anschließend zu hören, wie einer der Piloten fragt: „Warum hast du abgeschaltet?“ – worauf der andere entgegnet: „Ich war’s nicht.“ Kurz darauf verlieren beide GEnx‑1B‑Triebwerke Schub, die Maschine sinkt unkontrolliert, ein Mayday wird abgesetzt. Nur 70 Sekunden nach dem Start prallt das Flugzeug am 12. Juni in ein dicht besiedeltes Wohnviertel nahe dem Flughafen von Ahmedabad.

260 Todesopfer, ein Überlebender

Von den 242 Menschen an Bord – 169 Inder, 53 Briten, sieben Portugiesen, ein Kanadier sowie zwölf Crew‑Mitglieder – überlebt nur ein Passagier. Am Boden sterben weitere 19 Bewohner; Dutzende Häuser werden zerstört.

„Unwahrscheinlicher Fehlgriff“

Fachleute sind verblüfft: Die Schalter liegen gut geschützt auf dem Mittel­pult und besitzen eine Arretierung. „Ein versehentliches Umlegen ist praktisch ausgeschlossen“, sagt der US‑Luftfahrt­experte Anthony Brickhouse. Das Vor­ermittlungs­team findet keine Hinweise auf technische Defekte an den Schaltern oder am Treibstoff­system – auch Sabotage­spuren fehlen bislang

Air India betont, der zwölf Jahre alte Dreamliner sei „regelmäßig und vorschrifts­gemäß gewartet“ und beide Piloten hätten mehr als 14 000 Flugstunden. Warum – und von wem – die Treibstoff­hähne geschlossen wurden, bleibt das zentrale Rätsel. Die Ermittler prüfen jetzt

  1. menschliches Versagen (Verwechslung der Schalter, Stress‑Reaktion),
  2. bewusste Handlung im Cockpit,
  3. eine elektrische Fehl­schaltung in der Schalter­logik, die bisher als höchst unwahrscheinlich gilt.

Technischer Hintergrund

Bei der Boeing 787 bestehen die Fuel‑Control‑Switches aus soliden Kippschaltern mit „Lift & Move“-Sicherung. In Stellung RUN öffnen Magnet­ventile den Kraftstoff­fluss von den Haupt­tanks in die Brennkammern; Stellung CUTOFF blockiert diesen Pfad komplett. Normalerweise werden die Hebel nur am Gate beim Herunter­fahren der Triebwerke genutzt. Ein Doppel­ausfall beider Engines nach Start ist daher in den Zertifizierungs­unterlagen als „extrem unwahrscheinlich“ (< 1 × 10⁻⁹) klassifiziert.

Weitere Schritte

Die AAIB kündigt für die nächsten Monate an:

  • Detaillierte Auswertung der Schalter­kontakte und Relais‑Pfad­analysen,
  • Human‑Factors‑Untersuchung von Dienst­plänen, Cockpit‑Gesprächen und möglichem Stress,
  • Simulations­flüge mit identischem Szenario in Farnborough.

Ein Abschluss­bericht wird frühestens in einem Jahr erwartet.

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