Die ranghöchsten direkten Gespräche zwischen den USA und dem Iran seit 1979 sind ohne Ergebnis geblieben. US-Vizepräsident JD Vance reist mit einem letzten Angebot im Gepäck ab — und der Straße von Hormuz bleibt vorerst gesperrt.
Kein Durchbruch nach Marathonverhandlungen
Nach 21-stündigen Verhandlungen hat US-Vizepräsident JD Vance die Friedensgespräche in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad am Sonntag ohne Einigung beendet. Wie oe24, ABC News und CBC News übereinstimmend berichten, erklärte Vance vor Journalisten: Die schlechte Nachricht sei, dass man zu keiner Einigung gekommen sei — und das sei für den Iran weit mehr eine schlechte Nachricht als für die USA. Er habe Teheran ein „letztes und bestes Angebot“ unterbreitet und warte nun ab, ob der Iran es annehme.
Der zentrale Stolperstein laut Vance: Der Iran verweigerte ein klares Bekenntnis, keine Atomwaffe zu entwickeln. Wie ABC News berichtet, betonte Vance, Washington benötige eine ausdrückliche Zusage, dass Teheran weder eine Nuklearwaffe anstrebt noch die Mittel dazu aufbaut. Auch während der Verhandlungen habe er ein halbes Dutzend Mal mit Präsident Trump telefoniert.
Hormuz als härtester Knackpunkt
Der zweite große Streitpunkt war die Straße von Hormuz. Laut Financial Times — zitiert von deutschen Medien — bestand der Iran auf dem Eigentumsrecht an der Meerenge und dem Recht, Mautgebühren zu erheben. Die USA schlugen eine gemeinsame Kontrolle vor, was Teheran ablehnte. Wie NPR und der ORF-Liveblog zum Iran-Krieg berichten, blockiert der Iran die für etwa 20 Prozent der globalen Energieversorgung entscheidende Wasserstraße seit Kriegsbeginn — und knüpft jede Öffnung an politische Bedingungen. Auf iranischer Seite erklärte die Nachrichtenagentur Tasnim laut oe24, „überzogene Forderungen“ der USA hätten eine Einigung verhindert.
Die US-Marine hatte parallel zu den Gesprächen zwei Lenkwaffenzerstörer durch die Hormuzstraße geschickt — laut CNBC die ersten amerikanischen Kriegsschiffe seit Kriegsbeginn am 28. Februar, die die Meerenge durchquerten. Trump ließ auf Truth Social verbreiten, die US-Marine habe mit dem Räumen von Minen begonnen.
Historischer Rahmen — und Teherans Spott
Wie oe24 und NPR festhalten, waren die Gespräche in Islamabad die direkten Verhandlungen auf höchster Ebene zwischen den USA und dem Iran seit der Islamischen Revolution 1979 — und die ersten offiziellen direkten Gespräche seit dem Wiener Atomabkommen 2015. Seit dem Abbruch jenes Abkommens durch Trump 2018 hatte das Regime jegliche Direktverhandlungen offiziell verboten.
Teheran reagierte auf das Scheitern mit Spott: Wie BusinessToday berichtet, schrieb die iranische Botschaft in Ghana auf X, die USA hätten ihren Vizepräsidenten halben Wegs um die Welt geschickt, 21 Stunden verhandelt — und seien mit leeren Händen nach Hause geflogen.
Pakistan appelliert — Waffenruhe weiter fraglich
Pakistan, das die Gespräche vermittelt hatte, rief beide Seiten auf, die zweiwöchige Waffenruhe trotz des Scheiterns aufrechtzuerhalten. Das sei „zwingend erforderlich“, erklärte Außenminister Ishaq Dar laut ZDF. Pakistan werde weiterhin als Vermittler zur Verfügung stehen. Die Frage, ob die Feuerpause nach ihrem Ablauf Bestand hat, bleibt offen.
Credits: APA
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