Fotos ausgemagerter Soldaten an der Frontlinie bei Kupjansk sorgten in sozialen Medien für Empörung. Der Guardian deckte auf: Eine ukrainische Einheit soll monatelang ohne ausreichende Versorgung ausgeharrt haben. Jetzt wurde ein Kommandeur abgesetzt.
Bilder schockieren – Ehefrau veröffentlicht Fotos
Den Anstoß gaben Bilder, die auf Social-Media-Plattformen verbreitet wurden: Stark abgemagerte ukrainische Soldaten in einem Unterstand an der Front. Veröffentlicht hatte sie die Ehefrau eines betroffenen Soldaten. Wie die Weltwoche unter Berufung auf den Guardian berichtete, schilderte die Frau die Lage in drastischen Worten: „Die längste Zeit ohne Essen betrug siebzehn Tage. Man hat ihnen über Funk nicht zugehört, oder vielleicht wollte niemand zuhören.“ Die Soldaten hätten Regenwasser getrunken und Schnee geschmolzen, um zu überleben.
Acht Monate an einer Stellung am Oskil-Fluss
Laut Berichten von Angehörigen hatte die betroffene Einheit rund acht Monate lang eine Stellung am linken Ufer des Oskil-Flusses gehalten – in unmittelbarer Nähe zu russischen Linien in der Region Kupjansk. Wie die Weltwoche berichtete, war die Versorgung ausschließlich per Drohne möglich, weil die Position zu gefährlich für bodengebundene Nachschubwege war. Russische Kräfte versuchten dabei laut ukrainischem Militär gezielt, diese Drohnenlieferungen zu unterbinden.
Eine weitere Verwandte schilderte dem Guardian: „Kämpfer verlieren vor Hunger das Bewusstsein.“
Armee bestätigt logistische Probleme – Kommandeur abgesetzt
Das ukrainische Militär räumte die logistischen Schwierigkeiten ein. Ein Sprecher erklärte laut Weltwoche, Lieferungen würden ausschließlich mit Drohnen erfolgen, da sich die Position zu nah an den russischen Linien befinde. Nach dem Bekanntwerden der Fotos und der öffentlichen Empörung handelte die Armeeführung: Der zuständige Kommandeur wurde abgesetzt, eine Untersuchung eingeleitet.
Lage soll sich verbessert haben
Nach Angaben aus dem Umfeld der Soldaten hat sich die Situation inzwischen verändert. Wie die Weltwoche berichtete, schrieb eine Ehefrau: „Es gibt einen neuen Kommandeur. Er hat uns angerufen und gesagt, dass die Situation gelöst wird. Und das geschieht auch.“ Neue Lieferungen seien eingetroffen, zudem werde eine Evakuierung der Einheit geprüft.
Credits: APA
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