17.000 Österreicher im Krisengebiet – Wien im Dauerkrisenmodus

17.000 Österreicher im Krisengebiet – Wien im Dauerkrisenmodus

Der Iran-Krieg hat Österreich in erhöhte Alarmbereitschaft versetzt. Der Krisenstab im Außenministerium tagt weiter, Reisewarnungen wurden auf die höchste Stufe angehoben – und tausende Österreicher sitzen fest.

Krisenstab tagt – Schritt für Schritt

Bereits am Samstagvormittag, unmittelbar nach Beginn der US-israelischen Angriffe auf den Iran, berief Außenministerin Beate Meinl-Reisinger (NEOS) einen Krisenstab im Wiener Außenministerium ein. Wie das Ministerium mitteilte, tagt dieser auch am Sonntag weiter. „Oberste Priorität bleibt die Sicherheit der Österreicher. Wir bewerten die Entwicklungen laufend“, hieß es in einer Aussendung des Außenamts.

Laut aktuellem Stand befinden sich rund 17.000 Österreicher im Krisengebiet – davon circa 2.500 als Reisende. Zum Vergleich: Am Samstag wurden noch 14.000 Auslandsösterreicher und etwa 400 bis 500 Reisende gemeldet, wie der ORF und meinbezirk.at berichteten. Die Zahlen steigen durch Neuregistrierungen stündlich.

SMS-Alarm und Registrierungspflicht

Das Außenministerium hat das zuständige Team verstärkt, um alle Österreicher im Krisengebiet per SMS zu erreichen. Aufgrund der hohen Zahl an Neuregistrierungen könne es jedoch zu Verzögerungen kommen, räumte das Ministerium ein. Die Aufforderung lautet klar: Registrierung auf reiseregistrierung.at, regelmäßige Medienbeobachtung und Information über das offizielle Portal bmeia.gv.at.

Angesichts anhaltender Raketenangriffe wird dringend empfohlen, Schutz in Gebäuden zu suchen und behördliche Anweisungen strikt zu befolgen. Ausreisen auf dem Luftweg sind derzeit nicht möglich – der Luftraum in mehreren betroffenen Staaten ist gesperrt. Eine Ausreise auf dem Landweg erfolgt laut Außenministerium auf eigene Verantwortung.

Reisewarnungen auf höchster Stufe

Das Außenministerium hat die Reisewarnungen für Iran, Israel, Irak, Katar, Bahrain, die Vereinigten Arabischen Emirate, Kuwait und Saudi-Arabien auf Sicherheitsstufe 4 – die höchste Warnstufe – angehoben, wie vol.at und der Standard berichten. Das bedeutet: keine nicht dringend notwendigen Reisen in diese Länder.

Österreichische Sicherheitsbehörden hochgefahren

Auch das Innenministerium ist aktiv. Wie es gegenüber der APA mitteilte, wurden die Sicherheitsmaßnahmen rund um iranische, israelische und amerikanische Einrichtungen in Österreich der aktuellen Lage angepasst. Die Situation werde gemeinsam mit dem Verfassungsschutz und im engen Austausch mit internationalen Partnerbehörden „intensiv beobachtet“. Für Österreich bestehe, wie für viele andere europäische Staaten, eine erhöhte Bedrohungslage – aber keine konkrete Gefährdung, so das Ministerium.

AUA streicht Flüge bis Ende März

Praktische Konsequenz für Reisende: Die Austrian Airlines hat alle Verbindungen nach Tel Aviv, Amman und Erbil bis mindestens 7. März eingestellt. Teheran wird bis mindestens Ende März nicht angeflogen. Betroffene Passagiere können kostenfrei umbuchen oder ihr Ticket zurückgeben, wie 5min.at berichtet.


Quellen: Österreichisches Außenministerium (BMEIA), oe24, ORF, Der Standard, meinbezirk.at, vol.at, 5min.at, nachrichten.at (01.03.2026)
Credits: APA

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