Wien. Ein Name sorgt dieser Tage für Aufregung im Wiener Politikbetrieb: Feri Thierry. Der frühere Bundesgeschäftsführer der NEOS und langjährige Generalsekretär des Europäischen Forum Alpbach übernahm laut seinem beruflichen Profil im Jänner 2026 die Leitung der Stabsstelle Strategie und Planung im Außenministerium — und das für kolportierte 12.000 Euro im Monat. Für die FPÖ ist das ein klarer Fall: Postenschacher.
Was FPÖ-General Schnedlitz vorwirft
FPÖ-Generalsekretär Michael Schnedlitz geht in die Offensive. Er bezeichnet Thierrys Bestellung als „unfassbaren Skandal“ und kündigt eine parlamentarische Anfrage an. Seine Kritik ist konkret: War die Stelle ausgeschrieben? Gab es mehrere Bewerber? Und wer hat die Entscheidung letztlich getroffen? Außenministerin Beate Meinl-Reisinger solle „volle Aufklärung“ liefern, so Schnedlitz.
Besonders pikant aus seiner Sicht: Die Stabsstelle wurde laut FPÖ-Aussendung bereits 2013 unter dem damaligen ÖVP-Außenminister Sebastian Kurz geschaffen. In der aktuellen Budgetlage hätte man sie einfach streichen oder mit einem internen Beamten besetzen können — stattdessen sei ein „pinker Parteigänger“ zum Zug gekommen.
Wer ist Feri Thierry?
Feri Thierry, Jahrgang 1973, ist ein österreichischer Politikberater. Er war bis Ende Oktober 2016 Bundesgeschäftsführer der NEOS und übernahm ab Januar 2022 das Amt des Generalsekretärs des European Forum Alpbach, das er im November 2025 verließ. Wikipedia Politische Erfahrung bringt er also zweifellos mit — ob aber gerade im außenpolitischen oder diplomatischen Bereich, stellt Schnedlitz offen in Frage.
Wie Die Presse berichtet, baute Meinl-Reisinger ihr Team im Außenamt insgesamt „pink um“: Neben Thierry wurde mit Roman Pable auch ein neuer Kabinettschef bestellt.
Nicht der erste personelle Aufschrei
Es ist nicht das erste Mal, dass Meinl-Reisingers Personalentscheidungen für Diskussionen sorgen. Bereits im Dezember 2025 ernannte sie ihren damaligen Kabinettschef Arad Benkö zum österreichischen Botschafter in Tel Aviv — auch das quittierte die FPÖ mit scharfer Kritik.
Reaktion des Außenministeriums
Eine offizielle Stellungnahme des Außenministeriums zu den Vorwürfen lag zum Zeitpunkt der Recherche nicht vor. Ob die Stelle regulär ausgeschrieben wurde, ist derzeit öffentlich nicht dokumentiert. Die parlamentarische Anfrage der FPÖ dürfte hier für mehr Transparenz sorgen.
Quellen: oe24.at (21.2.2026), Die Presse, Wikipedia/Feri Thierry, BMEIA – Außenministerium Österreich
Credits: APA
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