Wien. In Zeiten, in denen viele Bürger den Gürtel enger schnallen müssen, sorgt ein Blick in die Ausgabenliste des Wiener Bildungsressorts für hochgezogene Augenbrauen. Es geht um Steuergeld, Sicherheit – und jede Menge Stoff. Wie nun bekannt wurde, ließ sich das Büro von Christoph Wiederkehr (NEOS) den Sichtschutz einiges kosten.
Der „Goldene“ Vorhang
Es klingt fast wie ein Scherz, ist aber laut einer offiziellen Anfragebeantwortung bittere Realität. Satte 10.618,20 Euro flossen im dritten Quartal aus dem Budget, um das Büro des Bildungsministers „sicherheitsmäßig“ nachzurüsten. Das Objekt der Begierde: Neue Karniesen und blickdichte Vorhänge.
Wie oe24 unter Berufung auf eine Anfragebeantwortung an die FPÖ berichtet, wurde diese Summe fällig, um vor neugierigen Blicken geschützt zu sein. Dass Sicherheit in der Politik vorgeht, ist unbestritten – doch bei einem Preisschild von über 10.000 Euro für Fensterdekoration fragen sich viele Steuerzahler, ob hier nicht mit Kanonen auf Spatzen geschossen wurde. Die Begründung für die kostspielige Investition lautet offiziell „Sicherheitsgründe“, wie aus den Unterlagen hervorgeht.
Shopping-Tour auf Staatskosten?
Doch die Vorhänge waren offenbar erst der Anfang der bürokratischen Verschönerungsoffensive. Wer hinter blickdichten Stoffen sitzt, möchte es anscheinend auch bequem haben. Wie oe24 weiter detailliert auflistet, wurde für das Wiederkehr-Büro gleich noch tiefer in die Tasche gegriffen.
Für weitere 12.000 Euro wurde eine neue Sitzgarnitur samt Tisch bestellt. Damit nicht genug, gesellten sich acht Besprechungssessel zu einem bereits vorhandenen Tisch dazu. Summa summarum eine Inneneinrichtung, von der so manches Wiener Klassenzimmer nur träumen kann.
Technik-Upgrade inklusive
Abgerundet wurde die Anschaffungswelle durch ein sattes Technik-Paket. Laut dem Bericht leistete man sich „10 Tablets (Apple iPad 11) samt Zubehör“. Kostenpunkt hierfür: stolze 9.332,28 Euro.
Zusammengerechnet belaufen sich diese Posten auf über 30.000 Euro an Steuergeldern. Während die Teuerung den Alltag der Wiener prägt, scheint im Rathaus zumindest die Ausstattung der Büros gesichert – blickdicht und bequem.
Credits: APA
Neueste Kommentare