Die juristische Aufarbeitung der Signa-Insolvenz schreitet weiter voran. Nun steht neben René Benko auch seine Ehefrau Nathalie im Mittelpunkt einer neuen Anklage. Die ersten Verfahren im Zusammenhang mit dem Signa-Komplex sind abgeschlossen, doch weitere gerichtliche Schritte stehen bereits bevor.
Neue Anklage wegen betrügerischer Krida
Nach Angaben von oe24 hat die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) eine weitere Anklage gegen René Benko wegen des Verdachts der betrügerischen Krida eingebracht. In diesem Verfahren wird auch Nathalie Benko als Mitbeschuldigte geführt.
Die Anklage ist derzeit noch nicht rechtskräftig. Nathalie Benko hat Einspruch eingelegt, daher liegt der Fall aktuell zur Prüfung beim Oberlandesgericht Innsbruck. Sollte der Einspruch abgelehnt werden, könnte ein gemeinsamer Prozess gegen beide stattfinden.
Vorwürfe: Vermögenswerte und Wertgegenstände
Laut Anklageschrift wirft die WKStA René Benko vor, Vermögenswerte beiseite geschafft zu haben, um Gläubiger im Zuge der Insolvenzansprüche zu benachteiligen. Der verursachte Schaden soll laut Anklage 370.000 Euro betragen.
Konkret geht es um 120.000 Euro Bargeld sowie elf hochpreisige Uhren, Manschettenknöpfe und weitere Wertgegenstände im Gesamtwert von etwa 250.000 Euro. Diese sollen in einem Tresor im Haus von Angehörigen verborgen worden sein. Auch Nathalie Benko wird vorgeworfen, an diesen Handlungen beteiligt gewesen zu sein. Der gesetzliche Strafrahmen für derartige Delikte beträgt bis zu zehn Jahre Haft. Für alle Beschuldigten gilt die Unschuldsvermutung.
Weitere Ermittlungen im Signa-Komplex
Die Ermittlungen im Zusammenhang mit der Signa-Insolvenz dauern an. Nach Angaben der WKStA werden derzeit 14 unterschiedliche Verfahrensstränge verfolgt. Die erhobenen Vorwürfe umfassen unter anderem Untreue, schweren Betrug, Gläubigerbegünstigung und Förderungsmissbrauch. Insgesamt werden mehr als ein Dutzend Personen sowie zwei Verbände in den Ermittlungen genannt. Der bisher untersuchte Gesamtschaden beläuft sich laut Staatsanwaltschaft auf etwa 300 Millionen Euro.
Quelle: oe24.at
Credits: APA
Neueste Kommentare