Zweimal dunkel in einer Woche: Kubas Stromnetz am Ende

Zweimal dunkel in einer Woche: Kubas Stromnetz am Ende

Kuba versinkt wieder im Dunkeln. Wie dpa-AFX berichtet, ist das Stromnetz der Karibikinsel zum zweiten Mal innerhalb von sieben Tagen vollständig zusammengebrochen — ein Totalausfall, der knapp zehn Millionen Menschen trifft. Ministerpräsident Manuel Marrero Cruz teilte mit, dass unter schwierigen Umständen an der Wiederherstellung der Stromversorgung gearbeitet werde.

Kein Öl, keine Kraft, keine Perspektive

Die Ursachen liegen tief: Wie 20 Minuten berichtet, erhält Kuba seit drei Monaten keinerlei Erdöllieferungen mehr aus dem Ausland. Das Stromnetz ist fast vollständig ölabhängig — und damit de facto funktionsunfähig. Hinzu kommt eine marode Infrastruktur, die laut dem kubanischen Energieministerium seit Jahren mangelhaft gewartet wird.

Wie CiberCuba in seiner Erstberichterstattung festhielt, hatte die staatliche Unión Eléctrica den vollständigen Zusammenbruch des nationalen Elektroenergiesystems bestätigt und Wiederherstellungsprotokolle aktiviert — ohne bisher die genaue Ursache nennen zu können.

Verdorbene Lebensmittel, ausgefallene Schulen, blockierte Botschaft

Für die Bevölkerung bedeutet der Blackout konkretes Leid im Alltag: Ohne Kühlung verderben die ohnehin knappen Lebensmittel, Krankenhäuser müssen ihre Leistungen kürzen, Schulen bleiben geschlossen. Wie exxpress berichtet, sammelt sich wegen des Treibstoffmangels sogar der Müll auf den Straßen, weil die Entsorgung nur noch eingeschränkt funktioniert.

Selbst die US-Botschaft in Havanna ist betroffen. Wie die Washington Post berichtet, verweigerte die kubanische Regierung der US-Vertretung die Einfuhr von Diesel für Generatoren — die Botschaft nehme ein Privileg in Anspruch, das die USA dem kubanischen Volk verwehrten, hieß es aus Havanna.

Trump dreht den Ölhahn zu — und liebäugelt mit der Insel

Den geopolitischen Rahmen der Krise skizziert junge Welt: Bereits vor dem US-Militäreinsatz in Venezuela im Jänner hatte Präsident Trump eine vollständige Blockade für Öltanker mit Lieferungen aus dem Umfeld von Kubas Verbündeten angeordnet. Zusätzlich schnitt er mit Zolldrohungen an potenzielle Drittlieferanten die Ölzufuhr ab.

Wie Junge Freiheit berichtet, ließ Trump gegenüber Journalisten im Weißen Haus keinen Zweifel an seinen Ambitionen: Er glaube, „die Ehre zu haben“, Kuba einzunehmen — „ob ich es befreie oder übernehme, ich könnte damit machen, was ich will.“ Kuba sei ein „gescheiterter Staat“.

Währenddessen, so berichten eurotopics und mehrere Nachrichtenagenturen, führen Washington und Havanna vertrauliche Gespräche — deren Inhalt nicht bekannt ist. Havanna hat politische Systemveränderungen offiziell ausgeschlossen.

Proteste und Erschöpfung

Die wiederkehrenden Blackouts hinterlassen Spuren. Wie Junge Freiheit berichtet, stürmten Demonstranten vergangene Woche ein Parteigebäude in der Stadt Morón. Ein Bewohner aus Havanna sagte, der jüngste Ausfall habe ihn „nicht überrascht“ — man habe sich daran gewöhnt, so zu leben.


Quellen:

  • exxpress.at: Nächster Total-Ausfall: Auf Kuba bricht das Stromnetz zusammen (22.03.2026)
  • dpa-AFX / onvista.de: Kuba in der Krise: Erneut inselweiter Stromausfall (22.03.2026)
  • 20min.ch: Kubas Stromnetz erneut zusammengebrochen, Krise verschärft sich (22.03.2026)
  • cibercuba.com: Allgemeiner Stromausfall in Kuba nach vollständiger Abschaltung des Elektroenergiesystems (16.03.2026)
  • eurotopics.net: Stromausfall in Kuba: Was folgt auf die Energiekrise? (17.03.2026)
  • jungefreiheit.de: Landesweiter Stromausfall auf Kuba – Trump bringt „Übernahme“ ins Spiel (18.03.2026)
  • Washington Post (zitiert via exxpress.at): Bericht zur US-Botschaft und Dieseleinfuhr

Credits: APA

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