Am 3. November wählen die USA einen neuen Kongress, und für die Republikaner sehen die Zahlen düster aus. Gleich zwei große Umfragen zeigen Donald Trump auf dem tiefsten Stand seiner politischen Karriere. Die Demokraten liegen klar vorne. Und der wichtigste Grund ist ein Thema, das Wähler jeden Tag an der Zapfsäule spüren.
33 Prozent – tiefer als nach dem Kapitolsturm
Laut einer Umfrage von “Washington Post”, ABC News und dem Institut Ipsos sind nur noch 33 Prozent der Amerikaner mit Trumps Arbeit zufrieden, 66 Prozent lehnen sie ab. Mehr als die Hälfte, 52 Prozent, missbilligt sie sogar “stark”. Das ist der niedrigste Wert, den diese Umfragereihe je für Trump gemessen hat, vier Punkte weniger als im Juli und acht Punkte weniger als vor einem Jahr. Laut ABC News liegt er sogar unter dem Wert nach dem Sturm auf das Kapitol im Jänner 2021. Befragt wurden vom 9. bis 13. Oktober 2.545 Erwachsene über das wissenschaftliche Online-Panel von Ipsos.
Reuters misst sogar 31 Prozent
Eine zweite Erhebung bestätigt den Trend. In einer Umfrage von Reuters und Ipsos, die am Montag erschien, kommt Trump nur noch auf 31 Prozent Zustimmung – der niedrigste Wert in beiden Amtszeiten, wie Al Jazeera berichtet. Im Durchschnitt aller Umfragen, den das Portal RealClearPolitics berechnet, liegt Trump laut Newsweek bei 38,9 Prozent Zustimmung und 59,3 Prozent Ablehnung.
Demokraten klar vorne
Für die Kongresswahl bedeutet das einen deutlichen Vorsprung der Demokraten. In der Post-ABC-Ipsos-Umfrage würden sich 52 Prozent der wahrscheinlichen Wähler für einen demokratischen Kandidaten entscheiden, 44 Prozent für einen republikanischen. Bei Reuters und Ipsos beträgt der Vorsprung unter registrierten Wählern sogar 12 Punkte, 47 zu 35 Prozent – der größte Abstand in diesem Wahlzyklus. Derzeit haben die Republikaner in beiden Kammern des Kongresses die Mehrheit. 55 Prozent der Befragten halten die Republikanische Partei laut “The Hill” für zu extrem, bei den Demokraten sind es 36 Prozent.
Benzin als Wahlkampfthema
Der wichtigste Grund ist die Wirtschaft. Mit Trumps Wirtschaftspolitik sind laut Post-ABC-Ipsos nur noch 28 Prozent zufrieden, im Februar waren es noch 41 Prozent. Erstmals seit mehr als einem Jahrzehnt trauen die Amerikaner den Demokraten mehr wirtschaftliche Kompetenz zu als den Republikanern. Rund sieben von zehn Befragten sagen, dass Benzin für sie unerschwinglich wird. Seit Beginn des Kriegs mit dem Iran sind die Spritpreise in den USA stark gestiegen. Trumps jüngste Schritte – der Diesel-Deal mit Russland und der Verzicht auf neue Russland-Sanktionen – werden in US-Medien auch als Versuch gelesen, die Preise vor der Wahl zu drücken.
Trump als Problem für die eigene Partei
Für die Republikaner wird der Präsident damit zum Risiko. “Trump ist zentral für die Probleme der Republikaner”, schreibt die “Washington Post”. Auf dem Stimmzettel steht er zwar nicht, doch die Midterms gelten traditionell als Abstimmung über den amtierenden Präsidenten. Verlieren die Republikaner eine oder beide Kammern, könnten die Demokraten in den letzten beiden Amtsjahren zahlreiche Vorhaben Trumps blockieren.
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