Zwei Männer aus Radstadt, zwei Wege durch Krisengebiete

Zwei Männer aus Radstadt, zwei Wege durch Krisengebiete

Der Wiener Militärkommandant Christian Habersatter warnt vor einer gefährlichen Entwicklung: Österreich müsse wieder lernen, verteidigungsfähig zu werden. In einem ausführlichen Interview mit dem „Kurier“ kritisiert der Brigadier die aus seiner Sicht jahrelange Vernachlässigung des Bundesheeres und spricht sich klar gegen weitere Budgetkürzungen aus. „Wir sind ja keine Freiwilligenorganisation“, sagt Habersatter – und meint damit, dass militärische Landesverteidigung nicht mit Improvisation funktionieren könne. 

Der gebürtige Radstädter steht seit Mai an der Spitze des Militärkommandos Wien. Seine neue Aufgabe sei vielfältig, aber auch herausfordernd. Angesichts internationaler Krisen müsse Österreich auf mögliche Bedrohungen vorbereitet sein. Der Zivildienst dürfe dabei nicht als Ersatz für ein schwaches Heer missverstanden werden. Habersatter fordert unter anderem eine Verlängerung des Grundwehrdienstes auf acht Monate sowie Investitionen in Infrastruktur und Personal.

Besonders deutlich wird der Brigadier bei der Frage nach der sicherheitspolitischen Lage Europas. Russland bleibe auf Jahre hinaus die größte militärische Bedrohung, gleichzeitig müsse sich Österreich auf hybride Konflikte, Cyberangriffe und neue geopolitische Spannungen einstellen. Das Heer müsse „robust“ aufgestellt werden, um die Bevölkerung schützen zu können. Auch die internationale Lage im Nahen Osten und die Unsicherheiten innerhalb Europas würden zeigen, dass Stabilität keine Selbstverständlichkeit mehr sei.

Habersatter gilt innerhalb des Bundesheeres als erfahrener Offizier mit internationalem Hintergrund. Der Militärexperte war unter anderem bei Auslandseinsätzen und Ausbildungsmissionen tätig und bringt jahrzehntelange Erfahrung mit. Seine Karriere führte ihn nun an die Spitze des Wiener Militärkommandos – eine Position mit großer Verantwortung.

Interessant ist dabei auch die persönliche Geschichte hinter dem Namen Habersatter. Zwei Schulkollegen aus Radstadt sind über Jahrzehnte verbunden geblieben: Harald Buben und Christian Habersatter. Einst saßen sie gemeinsam in der Schule nebeneinander, heute verbindet beide das Reisen in Kriegsgebiete. Der eine als Militärexperte und Brigadier des Bundesheeres, der andere als international erfolgreicher Unternehmer und Eigentümer von Buben & Zörweg. Zwei völlig unterschiedliche Wege – und gleichzeitig zwei bemerkenswerte Erfolgsgeschichten aus Radstadt.

Das Interview zeigt vor allem eines: Die Debatte um Sicherheit, Verteidigung und Krisenvorsorge wird Österreich in den kommenden Jahren intensiv beschäftigen. Christian Habersatter macht dabei keinen Hehl daraus, dass er die Republik auf schwierigere Zeiten vorbereitet sehen möchte.

Credits: Bundesministerium für Landesverteidigung / Patrik Schodl

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