12.163 Euro brutto: So viel verdiente der künftige ÖVP-General im Kanzleramt

12.163 Euro brutto: So viel verdiente der künftige ÖVP-General im Kanzleramt

Ab August führt Markus Gstöttner die ÖVP-Zentrale – ein Posten, den er sich als Krisenfeuerwehr für den überraschend zurückgetretenen Nico Marchetti sichert. Was er zuletzt im Kanzleramt verdiente, war bisher nicht öffentlich bekannt. Eine Anfrage der Grünen bringt jetzt die konkrete Zahl.

Der Rückzug, der alles ins Rollen brachte

Ausgangspunkt der aktuellen Personalie war ein politischer Paukenschlag Anfang Juli: ÖVP-Generalsekretär Nico Marchetti kündigte seinen Rücktritt an – Medienberichten zufolge nicht ganz freiwillig, wie news.ORF.at unter Berufung auf Parteikreise berichtete. Offiziell begründete der 36-Jährige seinen Schritt mit dem Wunsch, sich „ein zweites Standbein neben der Politik“ aufzubauen. Marchetti bleibt zwar Nationalratsabgeordneter und Bildungssprecher der Partei, gibt aber Generalsekretariat und Mediensprecher-Funktion ab.

Nur einen Tag später präsentierte ÖVP-Chef und Bundeskanzler Christian Stocker bereits den Nachfolger: Markus Gstöttner, bis dahin Leiter der neu geschaffenen Stabstelle „Reformpartnerschaft“ im Bundeskanzleramt. Die Entscheidung sei auch für ihn selbst eine „gewisse Überraschung“ gewesen, sagte Gstöttner bei der gemeinsamen Pressekonferenz mit Stocker, wie die Tiroler Tageszeitung dokumentiert.

Wer ist der neue Parteimanager?

Der 39-jährige Wiener ist in der ÖVP kein Unbekannter. Von November 2020 bis Juni 2025 saß er im Wiener Gemeinderat, zuvor war er stellvertretender Kabinettschef von Ex-Kanzler Sebastian Kurz. 2021 machte ihn dessen Nachfolger Karl Nehammer zu seinem Kabinettschef. Nach einer kurzen politischen Pause kehrte Gstöttner Anfang 2026 ins Bundeskanzleramt zurück und übernahm mit 19. Jänner die Leitung der Stabstelle Reformpartnerschaft, wie aus der aktuellen parlamentarischen Anfragebeantwortung hervorgeht, aus der oe24.at zitiert. Stocker lobte bei der Vorstellung insbesondere Gstöttners Erfahrung als Unternehmer und seine Rolle in den Verhandlungen zur Reformpartnerschaft.

Die Zahl aus der Anfragebeantwortung

Wie viel Gstöttner für seine bisherige Tätigkeit im Kanzleramt bekam, blieb bislang im Dunkeln – bis eine parlamentarische Anfrage der grünen Vizeklubchefin Alma Zadić an Bundeskanzler Stocker Klarheit brachte. Die Antwort des Kanzleramts, aus der oe24.at zitiert, verweist auf eine besoldungsrechtliche Einstufung nach „§74 Abs. 2 lit. b“ und beziffert das Ergebnis konkret: 12.163,10 Euro brutto im Monat erhielt Gstöttner für die Leitung der Stabstelle.

Sieben Köpfe, aber kaum Mehrkosten

Die Anfragebeantwortung liefert auch Einblick in die Größe der Stabstelle: Neben der Leitung arbeiten dort fünf weitere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie ein Verwaltungspraktikant, insgesamt also sieben Personen. Wichtig zur Einordnung, was das für die Kosten des Kanzleramts bedeutet: Laut Anfragebeantwortung sind die fünf Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eigentlich in anderen Organisationseinheiten des Hauses beschäftigt und werden der Stabstelle nur anteilig – jeweils zur Hälfte – zugerechnet. Dem Bundeskanzleramt entstehe durch ihre Tätigkeit in der Stabstelle daher „kein zusätzlicher finanzieller Mehraufwand“, heißt es wörtlich in der Antwort an Zadić.

Was die Reformpartnerschaft überhaupt macht

Die Stabstelle, die Gstöttner bis zu seinem Wechsel leitete, ist Teil eines größeren Regierungsprojekts: Sie soll laut Anfragebeantwortung den Bundeskanzler in Reformthemen wie Verfassungs- und Verwaltungsbereinigung, Energie, Bildung und Gesundheit beraten, die entsprechenden Prozesse koordinieren und mit Ländern, Fachressorts sowie dem Städte- und Gemeindebund abstimmen. Auch die anderen beiden Koalitionspartner haben für dieses Vorhaben eigene Koordinatoren eingesetzt: SPÖ und NEOS entsandten jeweils eigenes Personal in die Reformpartnerschaft.

Ein Wechsel mit politischem Kalkül

Dass ausgerechnet Gstöttner den Posten übernimmt, ist auch strategisch zu lesen: Stocker betonte bei der Präsentation laut mehreren übereinstimmenden Berichten, es gehe nun vor allem darum, die „Kampagnenfähigkeit“ der ÖVP vor kommenden Wahlen zu stärken – ein Punkt, in dem Gstöttners Management-Erfahrung als Vorteil gilt. Mit seinem Wechsel von der Regierungsstabstelle an die Parteispitze bleibt die enge Verzahnung zwischen Kanzleramt und ÖVP-Zentrale jedenfalls gewahrt.

Credits: BKA

Teilen:
0 0 Abgegebene Stimmen
Artikel Bewertung
Abonnieren
Benachrichtigung von
guest

0 Kommentare
Älteste
Neuestes Meistgewählt
0
Ich würde mich über Ihre Meinung freuen, bitte kommentieren Sie.x