Eine aktuelle exxpress-Leserumfrage zeigt ein verheerendes Stimmungsbild für die Pinken: Die Mehrheit glaubt nicht, dass die NEOS bis zum Amtsende in der Koalition bleiben. Die Hintergründe sind vielfältig – und liegen tief.
Was die Umfrage zeigt
Wie exxpress berichtet, zweifeln zwei Drittel der im Rahmen einer Leserumfrage Befragten daran, dass die NEOS die volle Regierungszeit bis zum regulären Wahltermin durchhalten werden. Das deckt sich mit einem breiteren Stimmungsbild: In einer ebenfalls von exxpress veröffentlichten Umfrage vom April 2026 gaben zudem 56 Prozent der Befragten an, 2026 noch mit Neuwahlen in Österreich zu rechnen.
Hinweis zur Einordnung: Bei der exxpress-Leserumfrage handelt es sich um eine nicht-repräsentative Online-Abstimmung unter dem Publikum des Portals, das politisch tendenziell kritisch gegenüber der Ampelkoalition eingestellt ist.
Freier Fall in den Umfragen
Die Skepsis kommt nicht von ungefähr. Wie exxtra24.at unter Berufung auf eine Lazarsfeld-Erhebung aus März 2026 berichtet, liegen die NEOS aktuell nur noch bei 7 Prozent – zwei volle Prozentpunkte unter ihrem Wahlergebnis von 9,1 Prozent bei der Nationalratswahl 2024. Vor dem Regierungseintritt rangierten sie in Umfragen meistens zwischen 10 und 14 Prozent. Laut dem institutsübergreifenden Wahltrend von politpro.eu stagnieren die NEOS seit Monaten zwischen 7 und 8 Prozent. Die Grünen haben sie inzwischen klar überholt. Die Koalitionsregierung aus ÖVP, SPÖ und NEOS steht laut politpro.eu rechnerisch auf Messers Schneide – mit knapp unter 50 Prozent der Sitze.
Brüche von innen
Was die Situation für die NEOS besonders brenzlig macht: Der Widerstand kommt auch aus den eigenen Reihen. Im Juli 2025 stimmten ausgerechnet die profiliertesten NEOS-Abgeordneten, Nikolaus Scherak und Stephanie Krisper, gegen die von der eigenen Fraktion mitgetragene Messenger-Überwachung. Krisper zog daraufhin im Herbst 2025 die Konsequenzen und legte ihr Mandat nieder. Ihren Abgang begründete sie gegenüber profil.at mit einem „Loyalitätskonflikt zwischen dem, wofür ich mich als Abgeordnete eingesetzt habe, und den NEOS als Regierungspartei.“
Zuletzt verließ Scherak am 25. März 2026 vor der Abstimmung über die Spritpreisbremse als einziger NEOS-Abgeordneter den Sitzungssaal, wie exxpress berichtet. Die übrigen 17 NEOS-Mandatare stimmten zu – wenn auch ohne Enthusiasmus.
Koalition unter Druck, FPÖ im Aufwind
Das Gesamtbild für die Ampelkoalition ist trüb. Wie exxpress in einer früheren Analyse berichtet hatte, kommen ÖVP, SPÖ und NEOS gemeinsam nur noch auf rund 45 bis 48 Prozent in den Umfragen. Die FPÖ dagegen liegt laut aktuellem politpro.eu-Wahltrend bei 36 Prozent – so stark wie noch nie. In der Kanzlerfrage erreicht FPÖ-Chef Herbert Kickl laut einer oe24-Umfrage 46 Prozent, während Bundeskanzler Christian Stocker auf 12 Prozent kommt und NEOS-Außenministerin Beate Meinl-Reisinger auf 8 Prozent.
Ob die pinke Durststrecke in der Regierung bis 2029 durchgehalten wird oder ob das Ampel-Experiment früher endet, bleibt offen. Die Umfragedaten geben jedenfalls reichlich Anlass zur Skepsis.
Credits: APA
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