„Zu woke“: US-Präsident Trump pfeift auf Finanzierung der UNESCO

„Zu woke“: US-Präsident Trump pfeift auf Finanzierung der UNESCO

Die Vereinigten Staaten werden erneut aus der UNESCO austreten – das hat Präsident Donald Trump nun entschieden. Als Gründe nennt Trump eine angeblich „anti-amerikanische und anti-israelische“ Ausrichtung der UN-Organisation sowie eine ideologisch geprägte Ausrichtung auf Diversität und Gleichstellung. Auch Chinas wachsender Einfluss auf die Organisation wird scharf kritisiert.

Die Entscheidung folgt auf eine 90-tägige Überprüfung der US-Mitgliedschaft in der UNESCO, die Trump im Februar dieses Jahres angeordnet hatte. Dabei sollten insbesondere mögliche antisemitische oder israelfeindliche Tendenzen in der Organisation untersucht werden. Wie ein Sprecher des Weißen Hauses gegenüber der „New York Post“ erklärte, sei man dabei auf zahlreiche Missstände gestoßen. Darunter ist auch eine „woke“ Kulturpolitik, die laut Trump nicht den „gesunden Menschenverstand“ widerspiegele, für den sich die Amerikaner bei der Wahl entschieden hätten.

„Präsident Trump hat entschieden, dass die USA aus der UNESCO austreten – weil sie kulturelle und gesellschaftliche Projekte unterstützt, die spalten und nicht mit den nationalen Interessen der Vereinigten Staaten vereinbar sind“, erklärte die stellvertretende Regierungssprecherin Anna Kelly.

Kritik an Gender- und Antirassismusprogrammen

Besonders ins Visier gerieten UNESCO-Initiativen wie das 2023 veröffentlichte „Anti-Racism Toolkit“ sowie das 2024 gestartete Programm „Transforming MEN’talities“. Letzteres verfolgt das Ziel, traditionelle männliche Rollenbilder zu überdenken – unter anderem durch Bildungsarbeit in Ländern wie Indien. Auch ein Bericht über die Rolle von Videospielen zur Förderung von Gleichstellung sei Teil dieses Programms gewesen.

Laut Trump-Beratern sind solche Projekte „ideologisch motiviert“ und lenken die UNESCO von ihren eigentlichen Aufgaben ab – nämlich dem Schutz des Weltkulturerbes und der Förderung von Bildung und Wissenschaft. Dass die Organisation jüdische Stätten wie das Grab der Patriarchen oder die Klagemauer wiederholt als „palästinensische Weltkulturerbestätten“ einstufe, sei zudem inakzeptabel. Die israelische Sichtweise werde systematisch ignoriert, während die Terrororganisation Hamas keine vergleichbare Kritik erfahre.

Chinas Einfluss und geopolitische Spannungen

Ein weiterer Grund für den US-Rückzug ist laut Trump die wachsende Rolle Chinas in der UNESCO. Peking ist mittlerweile der zweitgrößte Geldgeber der Organisation, chinesische Funktionäre wie der stellvertretende Generaldirektor Xing Qu bekleiden zentrale Positionen. Die USA werfen China vor, seinen Einfluss zu nutzen, um globale Standards im Sinne eigener geopolitischer Interessen zu beeinflussen – unter anderem durch eine Verharmlosung der Rolle von Minderheiten wie der Uiguren.

Historie der UNESCO-Beziehungen

Die USA haben eine wechselvolle Geschichte mit der UNESCO: Bereits 1983 zog Präsident Ronald Reagan die Vereinigten Staaten aus der Organisation zurück – damals wegen politisierter Entscheidungen, Intransparenz und explodierender Haushalte. Unter Trump erfolgte 2017 ein erneuter Rückzug, der erst 2023 unter US-Präsident Joe Biden revidiert wurde. Biden argumentierte, die USA müssten wieder präsent sein, um Chinas Einfluss entgegenzuwirken. Zudem sagte er zu, mehr als 600 Millionen US-Dollar an Rückständen zu begleichen – Beiträge, die seit 2011 nach der Aufnahme Palästinas in die UNESCO nicht mehr gezahlt wurden.

Credit: APA

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