Die Häufung von Straftaten durch Jugendliche unter 16 Jahren in Wien besorgt die Öffentlichkeit. Die Taten reichen von körperlicher Gewalt bis hin zu Raubüberfällen und Bedrohungen mit Messern – und verdeutlichen eine wachsende Herausforderung im Bereich der Jugendkriminalität.
Nur einige dieser Fälle:
Am 1. April wurde ein 14-jähriger Bursch in Wien-Favoriten festgenommen, nachdem er einen Gleichaltrigen mit einem Messer bedroht und ausgeraubt hatte.
In der Brigittenau kam es am 3. April zu einem Angriff durch eine Jugendgruppe auf einen Passanten – ein 13-jähriger Teenager war beteiligt.
Am 6. April verübte eine Gruppe Jugendlicher in Simmering eine körperliche Attacke auf zwei Schüler.
Am 10. April wurde ein 15-jähriger Intensivtäter in Ottakring festgenommen, der bereits mehrfach wegen Diebstahl, Nötigung und Körperverletzung polizeibekannt war.
Zuletzt sorgte am 13. April ein Fall in Meidling für Schlagzeilen, bei dem ein 12-jähriger Bursch an einem Übergriff in einem Park beteiligt gewesen sein soll.
Die Polizei spricht von einer besorgniserregenden Verrohung einzelner Jugendlicher.
NEOS für „befristeten Zwangsaufenthalt“
Die Wiener NEOS-Vizebürgermeisterin Bettina Emmerling fordert deshalb nun sozialpädagogische Einrichtungen für besonders auffällige strafunmündige Minderjährige – inklusive der Möglichkeit eines befristeten Zwangsaufenthalts. Konkret geht es um Kinder zwischen zwölf und vierzehn Jahren, die durch wiederholtes strafrechtsrelevantes Verhalten wie schwere Körperverletzung, Raub oder Gewalt auffallen.
Ein Zwangsaufenthalt soll das letzte Mittel sein, um bei den Kindern „extrem problematische Entwicklungen“ zu unterbrechen. Dafür soll es eine richterliche Genehmigung brauchen, die Kinder müssten rechtlich vertreten sein. Notwendig sei eine bundesgesetzliche Grundlage. „Wenn Zwölfjährige andere wiederholt verletzen oder sich selbst gefährden, müssen wir Verantwortung übernehmen“, sagt Emmerling.
Die Zahl dieser besonders auffälligen Minderjährigen sei „klein, aber relevant“.
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