Zoff an der Zapfsäule: Wer kassiert beim teuren Sprit wirklich ab?

Zoff an der Zapfsäule: Wer kassiert beim teuren Sprit wirklich ab?

Die Preise für Diesel und Benzin schießen in die Höhe, und die Wut der Autofahrer wächst von Tag zu Tag. Doch anstatt schnelle Lösungen zu präsentieren, liefern sich Regierung und Ölkonzerne einen wilden Schlagabtausch. Die große Streitfrage lautet: Wer verdient sich an der aktuellen Krise eine goldene Nase?

OMV-Boss teilt hart aus: „Der Staat holt sich das Körberlgeld“

Wenn es nach OMV-Chef Alfred Stern geht, ist der Schuldige schnell gefunden. Der Konzernchef wehrt sich vehement gegen den Vorwurf, sein Unternehmen würde die Situation für Extra-Profite nutzen. Wie Alfred Stern im Ö1-Mittagsjournal erklärte, fließt der Löwenanteil der Einnahmen direkt in die Staatskasse. Bei einem Preis von 1,70 Euro für einen Liter Superbenzin entfallen stolze 90 Cent rein auf Steuern und Abgaben. Für das Öl selbst gehen 55 Cent drauf. Der OMV bleiben am Ende lediglich 25 Cent, um die weltweite Beschaffung, den Transport und den Betrieb der Tankstellen zu decken, wie orf.at berichtet.

Stern warnt die heimische Politik eindringlich vor staatlichen Eingriffen in den Markt. Ein Preisdeckel oder eine Begrenzung der Gewinnmargen würde unweigerlich zu Versorgungsengpässen und leeren Tankstellen führen, wie diepresse.com detailliert ausführt. Seine Forderung ist eindeutig: Wenn die Politik die Preise drücken will, muss der Finanzminister die Steuern senken.

Finanzminister kontert: „Kein Körberlgeld für den Staat“

Das lässt Finanzminister Markus Marterbauer (SPÖ) absolut nicht auf sich sitzen. Er weist die Vorwürfe aus der Ölindustrie scharf zurück. Wie oe24.at berichtet, betonte Marterbauer am Rande einer Pressekonferenz, dass sich der Staat keineswegs an den Autofahrern bereichert. Die Mineralöl- und CO2-Steuer seien reine Mengensteuern. Der Staat nimmt hier also nicht mehr ein, wenn der Preis steigt. Einzig durch die Umsatzsteuer gibt es ein leichtes Plus – und zwar exakt 1,3 Cent pro Liter. Das bringt dem Staat rund 10 Millionen Euro im Monat, rechnet der Minister vor.

Marterbauer dreht den Spieß stattdessen um und nimmt die Raffinerien ins Visier. Erste Daten der Bundeswettbewerbsbehörde deuten laut dem Finanzminister darauf hin, dass die Margen der internationalen Händler ein Vielfaches dieser 1,3 Cent betragen. Anstatt die Steuern zu senken, denkt die Regierung über härtere Maßnahmen nach. Man könne direkt in die Preise eingreifen oder mittelfristig die Margen begrenzen, wie orf.at den SPÖ-Minister zitiert.

Autofahrer bleiben auf der Strecke

Während die Verantwortlichen streiten, bleibt die Lage an den Zapfsäulen extrem angespannt. Der Iran-Konflikt und die Blockade der wichtigen Handelsroute durch die Straße von Hormus verknappen das weltweite Angebot massiv. Mittlerweile mischen sich auch andere Akteure in die hitzige Debatte ein. Die Wirtschaftskammer und die FPÖ fordern lautstark eine sofortige Senkung der Mineralölsteuer und der CO2-Bepreisung, um die Bürger an der Kasse spürbar zu entlasten.

Wann das Tanken endlich wieder billiger wird, steht aktuell noch in den Sternen. Vorerst heißt es für alle, die auf ihr Fahrzeug angewiesen sind: Tief in die Tasche greifen und abwarten.

Quelle: oe24.at, orf.at, krone.at, meinbezirk.at, diepresse.com
Credits: APA

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