ZIB-Eperte: Drei Jahre nach dem 7. Oktober: Experte sieht Hamas im Neuaufbau

ZIB-Eperte: Drei Jahre nach dem 7. Oktober: Experte sieht Hamas im Neuaufbau

Am 7. Oktober jährt sich der Terrorangriff der Hamas auf Israel zum dritten Mal. In der „ZiB2“ zog Islamwissenschafter Simon Wolfgang Fuchs am Vorabend eine nüchterne Bilanz: Die Hamas formiere sich neu, eine Zweistaatenlösung sei nicht in Sicht – und auch ein Machtwechsel in Israel würde daran wenig ändern.

Der Jahrestag

Beim Überfall der Hamas und verbündeter Gruppen auf den Süden Israels am 7. Oktober 2023 wurden rund 1.200 Menschen getötet und 251 als Geiseln in den Gazastreifen verschleppt. Der Angriff löste den Gaza-Krieg aus. Wie der ORF in der Vorschau zur Sendung berichtete, kehrt im Kibbuz Kfar Asa, einem der damals am schwersten getroffenen Orte, inzwischen langsam wieder Leben ein, viele Bewohner seien aber weiterhin traumatisiert.

„Die Hamas formiert sich neu“

Fuchs, Professor für Islamwissenschaft an der Hebräischen Universität Jerusalem, sprach im Gespräch mit Armin Wolf laut oe24 davon, dass sich die Hamas neu formiere. Wie genau, geht aus der Zusammenfassung der Sendung nicht hervor.

Kritik an der Kriegsführung „ungemein heikel“

Wolf fragte auch, warum Israel international so kritisch gesehen werde und immer wieder von Kriegsverbrechen die Rede sei. Fuchs nannte das laut oe24 ein „ungemein heikles Thema“: Innerhalb Israels sei man noch nicht so weit, das eigene Vorgehen zu hinterfragen, zu präsent seien die Schmerzen des Massakers. Eine Chance für die Zweistaatenlösung, die in den 1990er-Jahren populär war, sieht der Experte nicht.

Was ein Machtwechsel ändern würde

Am 27. Oktober wählt Israel ein neues Parlament. Selbst wenn Ministerpräsident Benjamin Netanyahu abgelöst werden sollte, rechnet Fuchs laut oe24 nur mit begrenzten Veränderungen: Absolute Exzesse könnten eingedämmt und einige Spitzen abgeschwächt werden, langfristige Vorhaben wie bereits geplante Siedlungen würden aber wohl bleiben. Ähnlich hatte zuvor Nahost-Experte Peter Lintl im APA-Interview argumentiert. Auch der als möglicher Netanyahu-Nachfolger gehandelte Ex-Generalstabschef Gadi Eisenkot hatte erklärt: „Wer nach dem 7. Oktober noch über eine Zweistaatenlösung nachdenkt, ist schlicht verrückt.“

Credits: EXPA/ Michael Gruber

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