Zensur-Wahnsinn an Schulen: KI verbannt Kunstwerke und Klassiker aus der Bibliothek

Zensur-Wahnsinn an Schulen: KI verbannt Kunstwerke und Klassiker aus der Bibliothek

Wir alle kennen und schätzen klassische Kunst und weltberühmte Literatur. Doch in britischen Schulen weht derzeit ein völlig anderer Wind. Ein bizarrer Streit um Zensur sorgt für hitzige Diskussionen, denn immer mehr Schulbibliotheken räumen ihre Regale aus. Der Grund? Nackte Haut auf historischen Gemälden und angebliche Gefahren durch weltbekannte Romane.

Was als Schutzmaßnahme verkauft wird, treibt Bibliothekare und Lehrer auf die Barrikaden. Sie warnen vor einem Klima der Angst.

Kunstwerke als Gefahr für die Jugend?

Auf der Jahreskonferenz der National Education Union (NEU) kam das heikle Thema auf den Tisch. Wie die britische Zeitung The Daily Mail berichtet, werden Bibliothekare zunehmend dazu gedrängt, Kunstbücher aus dem Verkehr zu ziehen. Der simple Grund: Die Bücher zeigen historische Gemälde oder Skulpturen mit Aktdarstellungen.

Für viele ist das ein reiner Skandal. Die Delegierte Laura Butterworth findet klare Worte für die Situation. Sie berichtet von zahlreichen Kollegen, die gezwungen werden, Kunstbücher zu entfernen. Sie nennt dieses Vorgehen schlichtweg absurd. Literatur ist eine Kunstform, und wir dürfen nicht zulassen, dass wir sie zensieren, mahnt Butterworth.

Künstliche Intelligenz mistet aus

Besonders extrem ist die Lage an der Lowry Academy in Salford. Wie The Manchester Mill und Index on Censorship enthüllen, kam hier sogar Künstliche Intelligenz zum Einsatz, um die Bibliothek zu säubern. Die KI stufte rund 200 Bücher als „unangemessen“ ein.

Auf der schwarzen Liste landeten nicht nur Ratgeber oder Biografien, sondern absolute Welterfolge. George Orwells „1984“, Stephenie Meyers „Twilight“ und sogar Michelle Obamas „Becoming“ wurden aussortiert. Eine Graphic-Novel-Version von „1984“ fiel laut KI wegen Themen wie Gewalt und Folter durch das Raster. Auch Bücher über Feminismus und Geschlechterrollen mussten weichen.

Die zuständige Bibliothekarin geriet massiv unter Druck. Die Schulleitung leitete sogar eine Untersuchung gegen sie ein, weil sie angeblich ungeeignete Bücher bereitstellte. Völlig verzweifelt reichte sie schließlich ihre Kündigung ein.

Gewerkschaft schlägt Alarm

Die Vorfälle rufen nun die Gewerkschaften auf den Plan. Die NEU reagierte mit einem Dringlichkeitsantrag und will sich schützend vor die Bibliothekare stellen. Kristabelle Williams betonte auf der Konferenz, dass man diese Probleme nicht einfach ignorieren dürfe. Gewerkschaftschef Daniel Kebede warnt eindringlich davor, Bücher auf Basis von Panikmache aus den Schulen zu verbannen. Das sollte bei uns allen die Alarmglocken schrillen lassen, so Kebede.

Auch die lokale Politik mischt sich ein. Die Abgeordnete Yasmin Qureshi stellt klar, dass Schulbibliotheken dazu da sind, den Geist junger Menschen zu öffnen, und nicht, um die persönlichen Vorlieben einer Schulleitung widerzuspiegeln.

Quellen: Exxpress, The Daily Mail, Manchester Mill, Index on Censorship
Credits: APA

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