ZDF behauptet, Musk habe zur „Jagd auf Migranten“ aufgerufen — das stimmt nicht

ZDF behauptet, Musk habe zur „Jagd auf Migranten“ aufgerufen — das stimmt nicht

Ein brutaler Angriff in Belfast, Krawalle in den Straßen — und das ZDF macht daraus eine Geschichte über Elon Musk. Mit einer Aussage, die sachlich nicht hält. Und die der Sender anschließend selbst korrigieren musste.

Was in Belfast passierte

Am 8. Juni 2026 griff der 30-jährige sudanesische Asylbewerber Hadi Alodid den körperbehinderten 44-jährigen Schotten Stephen Ogilvie in Belfast mit einem Messer an und verletzte ihn schwer. Ein Video der Tat kursierte auf X. In den Folgetagen kam es in Belfast zu schweren Ausschreitungen: Autos brannten, Häuser wurden angegriffen, Polizisten attackiert. Der britische Nordirland-Minister bezeichnete die Gewalt laut ZDF selbst als „rassistisches Schlägertum.“

Was das ZDF sagte

In der Sendung „ZDF heute live“ am Freitagabend moderierte Christiane von Ungern-Sternberg den etwa 30-minütigen Beitrag zu den Ereignissen mit den Worten ein: „Ein brutaler Mordversuch auf offener Straße in Belfast. Jemand filmt. Das Video geht viral. Ein rassistischer Mob macht daraufhin Jagd auf Migranten. Dazu aufgerufen hatten ein britischer Rechtsextremist und Tech-Milliardär Elon Musk.“

Was Musk tatsächlich getan hatte: Er teilte laut ZDF-eigener Korrektur einen Post von Tommy Robinson, der zu Protesten aufgerufen hatte. Musk selbst schrieb laut Journalistenwatch auf X: „Only by protesting REPEATEDLY and LOUDLY will there be any change!!“ — ein Aufruf zu Protest, nicht zu Gewalt.

ZDF rudert zurück — nennt es „unpräzise“

Nach Kritik aus verschiedenen Richtungen fügte das ZDF seinem Video auf zdfheute.de einen Hinweis hinzu. Darin heißt es laut zdfheute.de: „Die Formulierung ist unpräzise und deshalb missverständlich.“ Tommy Robinson habe zu Protesten aufgerufen, der Post sei von Musk geteilt worden.

Bemerkenswert: Nicht nur rechte Medien kritisierten die Formulierung. Auch ein NDR-Redakteur reagierte laut Berliner Zeitung auf X: „Liebe Kolleginnen und Kollegen in Mainz, bei allem Respekt. Das geht so nicht.“ Der Presserechtler Carsten Brennecke erklärte laut Tichys Einblick, die Aussage sei „eine falsche Tatsachenbehauptung“ — Musk habe zu Protest aufgerufen, nicht zur physischen Verfolgung von Menschen. Die Begrifflichkeit „Jagd“ impliziere das aktive Nachstellen mit dem Ziel körperlichen Schadens.

EINORDNUNG
Der Fall zeigt ein Problem, das über das ZDF hinausgeht. Die Krawalle in Belfast sind real, die Gewalt ist dokumentiert — und die Frage, welche Rolle Social Media und prominente Accounts dabei spielen, ist legitim. Aber eine Behauptung, jemand habe zu einer „Jagd auf Migranten aufgerufen“, ist eine schwerwiegende Aussage — mit klarem Tatsachenkern. Wer das behauptet, muss es belegen. Das ZDF hat es nicht belegt und es nachträglich als „unpräzise“ bezeichnet. Das ist keine Präzisierungsfrage. Es ist ein Fehler — und „unpräzise“ ist eine Verharmlosung davon.

Credits: Ki-generiertes Bild

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