FPÖ kontert Sprachpolizei: Kickl setzt auf Remigrationssong statt Rückzug

FPÖ kontert Sprachpolizei: Kickl setzt auf Remigrationssong statt Rückzug

FPÖ-Chef Herbert Kickl nutzt den Streit um das Wort „Remigration“ für eine politische Offensive — mit Musikvideo, Volksfeststimmung und einem Seitenhieb gegen ÖVP und SPÖ.

Kickl gegen die „Sprachpolizei“

Die Debatte um das Wort „Remigration“ im Nationalrat nahm die FPÖ am Sonntag zum Anlass für eine politische Aussendung.

„In den letzten Wochen war die Sprachpolizei in der österreichischen Innenpolitik unterwegs“, heißt es darin.


Besonders im Visier: Dritte Nationalratspräsidentin Doris Bures (SPÖ), die laut FPÖ-Aussendung die deutsche Variante des Begriffs — also „Rückführung“ — als zulässig bezeichnet, „Remigration“ hingegen nicht.

Kickl nennt das laut heute.at eine „lächerliche Debatte“: „Wir werden uns auch in Zukunft von den selbsternannten ‚Sprachpolizisten‘ nicht das freie Wort verbieten lassen.“ Remigration sei „etwas Positives — vor allem für die Österreicher, die unter den Auswirkungen der illegalen Masseneinwanderung seit 2015 tagtäglich zu leiden haben.“

Song, Plüsch und Volksfest

Als politisches Signal veröffentlichte FPÖ-TV gleichzeitig das Musikvideo „Airbert One — Der Remigrationssong“. Darin heißt es laut heute.at: „Die ‚Airbert One‘ hebt ab, die Problemfälle sind dabei.“ Beim FPÖ-Volksfest am 20. Juni 2026 am Wiener Stephansplatz — anlässlich des 70. Parteigeburtstags — werden laut heute.at Plüschversionen der „Airbert One“ an Gäste verteilt. Musikalisch treten unter anderem Die Grubertaler, die Ursprung Buam und Roberto Blanco auf.

ÖVP im Kreuzfeuer

Neben der SPÖ nimmt Kickl auch den Koalitionspartner ÖVP ins Visier. Das Zögern beim Thema Remigration sei „nicht mehr länger hinzunehmen“, heißt es laut heute.at in der Aussendung. Sein Fazit: „Nur die FPÖ ist der Garant dafür, dass es in Österreich zu einer rigorosen Asylpolitik kommt — Remigration inklusive.“

EINORDNUNG DER REDAKTION
Kickls Aktion folgt einer erprobten Logik: Einen politisch umstrittenen Begriff durch Normalisierung salonfähig machen — diesmal über ein Musikvideo und Partystimmung am Stephansplatz. Die FPÖ weiß, dass Empörung darüber dem Begriff noch mehr Aufmerksamkeit verschafft — und ihr in Umfragen bisher nicht geschadet hat. Die eigentliche Frage ist eine strategische: Ob „Remigration“ als Begriff dauerhaft über die eigene Wählerschaft hinaus ankommt, oder ob er die FPÖ in einer politischen Nische hält, aus der heraus zwar Rekordwerte in Umfragen möglich sind — aber keine Regierungsmehrheiten ohne Partner, die denselben Begriff im Nationalrat mit Ordnungsrufen belegen.

Credits: Parlamentsdirektion/, Thomas Topf

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