„SPÖ eins“: Der rote YouTube-Kanal holpert — erstes Format bereits eingestampft

„SPÖ eins“: Der rote YouTube-Kanal holpert — erstes Format bereits eingestampft

Kaum gestartet, schon reformiert. Der YouTube-Kanal der SPÖ kämpft mit ernüchternden Aufrufzahlen — und hat sein erstes Sendeformat bereits wieder begraben.

Dreistellige Aufrufe statt Raktenstart

„SPÖ eins“ — der hauseigene YouTube-Kanal der Sozialdemokraten — ist seit einigen Monaten on air. Die Zahlen sind jedoch alles andere als ermutigend. Wie oe24.at berichtet, lagen die Aufrufe der Videos aus dem letzten Monat insgesamt bei rund 8.000 — das entspricht einem Durchschnitt von unter 300 Aufrufen pro Video, manche im niedrigen vierstelligen Bereich.

Zum Vergleich: Der FPÖ-Song „Airbert One“ — veröffentlicht am Freitag — wurde laut oe24.at binnen eines Tages über 40.000 Mal angeklickt. FPÖ TV existiert allerdings bereits seit über zehn Jahren.

Wochenrückblick eingestampft

Eines der Startformate des Kanals, der „Wochenrückblick“, wurde nun bereits wieder eingestellt. Das Format blickte wöchentlich auf politische Ereignisse zurück — durch die sozialdemokratische Brille, wie oe24.at beschreibt.

Aus der SPÖ hieß es auf oe24-Anfrage: „Der Wochenrückblick war eines von mehreren Formaten zum Start des Kanals. SPÖ eins entwickelt sich aber auch stetig weiter.“ Am Personal habe sich nichts geändert.

Was stattdessen kommt

Als Nachfolger stehen zwei neue Formate: „Halbzeit“ erscheint mittwochs unter dem Motto „Die halbe Woche reicht“, dazu kommen Straßenumfragen sowie Themen „in 60 Sekunden“ erklärt. Ob das die Reichweite steigert, bleibt abzuwarten.

EINORDNUNG
Der holprige Start von „SPÖ eins“ zeigt ein grundsätzliches Problem: Parteikanäle sind strukturell im Nachteil. Wer als Parteikanal erkennbar ist, spricht primär die eigene Wählerschaft an — und die muss erst gefunden werden. Die FPÖ hat einen Vorsprung von zehn Jahren aufgebaut. Ob Formatwechsel allein das Problem lösen, ist fraglich — entscheidender wäre authentischer, nicht parteioffizieller Content, der über die eigene Blase hinausreicht.

Credits: Parlamentsdirektion/​Thomas Topf

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