Hinter den Kulissen der österreichischen Schulpolitik brodelt es gewaltig. Die 19-jährige Bundesschulsprecherin Hannah Scheidl erhebt schwere Vorwürfe gegen den Kabinettschef von Bildungsminister Christoph Wiederkehr (NEOS). Was als sachliches Gespräch über neue Lehrpläne gedacht war, soll in einem heftigen Streit eskaliert sein.
Ein Telefonat gerät außer Kontrolle
Der Konflikt entzündete sich an den Verhandlungen zur Lehrplanreform an AHS-Oberstufen für das Schuljahr 2027/28. Wie Heute.at berichtet, wurde die Schülerunion am 12. März darüber informiert, dass es bereits eine fertige Einigung zu geplanten Latein-Kürzungen gebe. Das Brisante daran: Die Schülervertretung war laut Scheidl in diese Gespräche gar nicht eingebunden, sollte den Deal aber trotzdem abnicken.
Als Scheidl um Bedenkzeit bat und erklärte, dass ein Statement erst in der darauffolgenden Woche möglich sei, spitzte sich die Lage zu. Wie Heute.at weiter berichtet, rief sie den Kabinettschef am nächsten Tag an, um die Bedenken der Schüler zu erklären. Doch anstatt auf Verständnis zu stoßen, sah sich die 19-Jährige massivem Druck ausgesetzt.
„Während des Telefonats habe ich gemerkt, wie seine Stimme laut und vorwurfsvoll wurde“, schildert die Bundesschulsprecherin die Situation. Der Beamte sei emotional geworden und habe ihr vorgeworfen, das gute Verhältnis zwischen Ministerium und Schülervertretung zu beschädigen. Scheidl fühlte sich nach dem Gespräch extrem eingeschüchtert und direkt angegriffen.
Schüler lassen sich nicht einschüchtern
Trotz des angeblichen emotionalen Ausbruchs am Telefon zeigt sich die junge Schülervertreterin kämpferisch. Sie fordert vom Bildungsministerium, als echter Partner auf Augenhöhe behandelt zu werden. „Wir lassen uns als Bundesschülervertretung nicht einschüchtern oder unterkriegen – und wir lassen uns sicher keine Worte in den Mund legen“, machte sie deutlich. Niemand, der sich ehrenamtlich für die Interessen der Schüler einsetzt, dürfe jemals wieder einen solchen Druck erleben.
Ministerium wehrt sich gegen die Vorwürfe
Das Bildungsministerium lässt diese heftigen Anschuldigungen nicht auf sich sitzen. Auf Nachfrage weisen die Verantwortlichen die Vorwürfe entschieden zurück. Laut dem Ministerium war die Schülervertretung von Anfang an in die Verhandlungen zur Lehrplanreform eingebunden.
Die Darstellung von Scheidl sei schlichtweg „nicht nachvollziehbar“. Man betonte, dass die Gespräche stets sachorientiert und konstruktiv abgelaufen seien. Persönliche Angriffe schließt das Ministerium komplett aus. Wenn es Unstimmigkeiten gebe, müsse man diese auf persönlicher Ebene klären. Ob das zerrüttete Vertrauen bis zum nächsten Treffen Mitte April wiederhergestellt werden kann, bleibt abzuwarten.
Quellen: Heute.at, exxpress.at
Credits: APA
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