Wolf, Schütz, Kickl: Die ORF-Wahl wird zur Schlammschlacht

Wolf, Schütz, Kickl: Die ORF-Wahl wird zur Schlammschlacht

Einen Tag vor dem Hearing hat der Streit rund um die ORF-Generaldirektion eine neue Eskalationsstufe erreicht. Nach Armin Wolfs Bluesky-Posting mischen sich jetzt FPÖ-Chef Kickl, Mediensprecher Hafenecker und Kandidatin Schütz selbst ein.

Kickl: „An Überheblichkeit nicht zu überbieten“

FPÖ-Obmann Herbert Kickl ließ auf Facebook keine Zeit verstreichen. „Die jüngsten Aussagen von ORF-Moderator Armin Wolf sind an Überheblichkeit und Scheinheiligkeit nicht zu überbieten“, schreibt er laut oe24.at. Kickl, der den ORF seit Jahren als politisch einseitig kritisiert, nutzte das Posting als Beleg für seine Grundthese: Der öffentlich-rechtliche Sender sei ein abgehobenes System, das Kritiker mundtot machen wolle.

Sein Mediensprecher Christian Hafenecker legte nach: „Das System ORF zeigt hier seine hässliche Fratze der Intoleranz gegenüber jedem, der nicht auf Linie ist“, sagte er laut oe24.at. Auch FPÖ-EU-Delegationsleiter Harald Vilimsky hatte bereits zuvor von der „alleruntersten Schublade“ gesprochen und gefordert, dem ORF keine Fördergelder mehr zu zahlen.

Schütz: „Peinliches Posting“

Die Betroffene selbst reagierte gegenüber oe24.at mit demonstrativer Gelassenheit. Eva Schütz, Herausgeberin des exxpress und Bewerberin für die ORF-Generaldirektion, nannte Wolfs Bluesky-Posting „peinlich“: „Es zeige lediglich, wie nervös man am Küniglberg sei.“ Und: „Interessant, dass man dort glaubt, die Meinungshoheit darüber zu haben, was richtig und falsch ist.“

Was Wolf gesagt hatte — und warum es zündet

Zur Erinnerung: Wolf hatte auf Bluesky kommentiert, dass der stellvertretende Stiftungsratsvorsitzende Gregor Schütze offenbar der Meinung sei, „dass die Herausgeberin einer rechten, rassistischen Fake News-Schleuder als ORF-Generaldirektorin geeignet ist.“ Damit griff er nicht Schütz persönlich an, sondern das Medium exxpress — dessen Eigentümerin sie ist.

Dass gerade dieses Posting so viel Reaktion auslöst, liegt an drei Faktoren: Wolf ist das bekannteste Gesicht des ORF. Das Hearing findet am Donnerstag statt, die Wahl am Mittwoch. Und alle Beteiligten — Wolf, Schütz, Kickl, Hafenecker, oe24 — sind Interessenparteien in diesem Streit.

Hat Wolf den Ethikkodex verletzt?

Laut oe24.at stellt sich inzwischen auch die Frage, ob Wolf mit seinem Posting gegen den ORF-internen Ethikkodex verstoßen hat. Dieser sieht vor, dass ORF-Mitarbeiter in der Öffentlichkeit keine Aussagen treffen sollen, die die Unparteilichkeit des Senders gefährden könnten. Eine offizielle Stellungnahme des ORF dazu stand laut oe24.at noch aus.

Credits: Von C.Stadler/Bwag – Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=88017853 (Kickl) / EXPA Michael Gruber (Wolf)

Teilen:
0 0 Abgegebene Stimmen
Artikel Bewertung
Abonnieren
Benachrichtigung von
guest
0 Kommentare
Älteste
Neuestes Meistgewählt
0
Ich würde mich über Ihre Meinung freuen, bitte kommentieren Sie.x