Wohnen auf dem Mond: NASA präsentiert 20-Milliarden-Plan

Wohnen auf dem Mond: NASA präsentiert 20-Milliarden-Plan

Diesmal soll es keine kurze Stippvisite werden. Die NASA hat bei einem Großevent in Washington ihre ambitioniertesten Mondpläne seit Jahrzehnten vorgestellt – und macht klar: Das Ziel ist nicht Besuch, sondern Bleiben.


„Flaggen und Fußabdrücke“ reichen nicht mehr

Am 24. März 2026 lud die NASA zu ihrem „Ignition“-Event im Hauptquartier in Washington – und NASA-Chef Jared Isaacman ließ keine Zweifel offen. Wie ABC News berichtet, erklärte Isaacman vor Vertretern aus 35 Ländern sowie internationalen Partnern und Auftragnehmern: „Das Ziel ist diesmal nicht Flaggen und Fußabdrücke. Das Ziel ist, zu bleiben.“

Wie die NASA auf ihrer offiziellen Website mitteilt, sollen in den nächsten sieben Jahren rund 20 Milliarden Dollar investiert werden – über Dutzende Missionen hinweg, gemeinsam mit kommerziellen und internationalen Partnern. Geplant ist eine dauerhafte Mondbasis in der Nähe des lunaren Südpols, wo in permanent beschatteten Kratern Wassereis vermutet wird.

Drei Phasen bis zur Mondkolonie

Wie Spaceflight Now unter Berufung auf NASA-Dokumente berichtet, gliedert sich der Plan in drei Phasen. Phase eins setzt auf häufige, standardisierte Missionen mit Rovern, Instrumenten und Energiesystemen – um Erfahrungen zu sammeln und Infrastruktur zu testen. In Phase zwei sollen erste halbpermanente Einrichtungen entstehen, die regelmäßige Astronautenaufenthalte ermöglichen. Phase drei schließlich bedeutet den Vollbetrieb: eine permanente Basis, an der Astronauten langfristig leben und arbeiten können.

Wie ABC News berichtet, plant die NASA nach der Artemis-V-Mission – aktuell für Ende 2028 angesetzt – alle sechs Monate eine Mondlandung durchzuführen, um die Basis schrittweise aufzubauen.

Gateway gestrichen – ESA-Beteiligung fällt weg

Ein zentraler Kurswechsel: Das bislang geplante „Gateway“-Projekt wird auf Eis gelegt. Wie CNBC berichtet, war die Raumstation in der Mondumkreisbahn bereits weitgehend von den Unternehmen Northrop Grumman und Northrop Grumman (ehem. Maxar) gebaut worden – nun wird ihre Hardware für die Mondbasis umgewidmet. Die europäische Raumfahrtagentur ESA, die am Gateway-Projekt beteiligt war, verliert damit vorerst ihre geplante Rolle als Mitbauerin der Umlaufstation.

Isaacman begründet den Schritt laut Houston Public Media pragmatisch: Die Gateway-Pläne seien mit „echten Hardware- und Zeitplanproblemen“ behaftet gewesen – weiteres Geld in ein Programm zu pumpen, das keine Erfolgsbilanz vorweisen kann, sei keine Option.

Atomkraft für Mond und Mars

Neben der Mondstrategie präsentierte die NASA auch ihre Mars-Pläne. Wie Al Jazeera berichtet, soll noch vor Ende 2028 ein nuklearbetriebenes Raumschiff namens „Space Reactor-1 Freedom“ zum Mars aufbrechen – als Testmission für nukleare Antriebstechnologie im Weltall. Zusätzlich planen NASA und das US-Energieministerium laut yournews.com bis 2030 einen Kernreaktor auf der Mondoberfläche, der künftige Missionen mit zuverlässiger Energie versorgen soll.

Das Rennen gegen China

Hinter dem Zeitdruck steckt mehr als Raumfahrtbegeisterung. Wie Houston Public Media berichtet, hat China das Ziel ausgegeben, bis 2030 eigene Astronauten auf dem Mond zu landen. Isaacman kommentiert das nüchtern: „Der Unterschied zwischen Erfolg und Scheitern wird in Monaten gemessen, nicht in Jahren. Sie könnten früher dran sein – und die jüngere Geschichte legt nahe, dass wir vielleicht zu spät kommen.“

Die NASA setzt deshalb nicht nur auf staatliche Mittel, sondern auch auf Zusammenarbeit mit privaten Raumfahrtunternehmen wie SpaceX und Blue Origin sowie auf internationale Partner aus Kanada, Italien und Japan, wie aus der offiziellen NASA-Mitteilung hervorgeht.

Ob der ambitionierte Zeitplan hält, bleibt offen. Dass die NASA diesmal ernsthafter plant als je zuvor – daran lässt Isaacman keinen Zweifel.


Quellen:

  • NASA.gov – NASA Unveils Initiatives to Achieve America’s National Space Policy (24.03.2026)
  • ABC News – NASA unveils ambitious $20 billion moon base strategy (24.03.2026)
  • CNBC – NASA to spend $20 billion on moon base, cancel orbiting lunar station (24.03.2026)
  • Houston Public Media – NASA pauses plan to build a lunar space station to spend $20 billion on a lunar base (25.03.2026)
  • Spaceflight Now – NASA outlines ambitious $20 billion plan for moon base (25.03.2026)
  • Al Jazeera – NASA to spend $20bn on moon base, nuclear-powered Mars spacecraft (24.03.2026)
  • yournews.com – NASA plans to build $20 billion base on the Moon (25.03.2026)
  • exxpress.at – Leben Menschen bald auf dem Mond? NASA präsentiert neue Pläne (25.03.2026)

Credits: APA

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