Wögingers Sessel wackelt: Wer folgt dem ÖVP-Klubchef nach?

Wögingers Sessel wackelt: Wer folgt dem ÖVP-Klubchef nach?

In der ÖVP steigt die Nervosität. Klubchef August Wöginger, eine zentrale Figur der Partei, muss im Februar vor Gericht. Obwohl für ihn die Unschuldsvermutung gilt, brodelt hinter den Kulissen bereits die Gerüchteküche über seine Nachfolge. Eine erstinstanzliche Verurteilung könnte seinen Rücktritt als Klubobmann unumgänglich machen.

Prozess wegen Amtsmissbrauch sorgt für Unruhe

Die Causa schien für August Wöginger und die ÖVP eigentlich schon erledigt. Doch die ursprünglich gewährte Diversion im Postenschacher-Prozess wurde gekippt. Nun muss sich der Oberösterreicher, wie die Kronen Zeitung berichtet, ab dem 11. Februar erneut wegen Amtsmissbrauchs vor Gericht in Linz verantworten. Der Vorwurf: Er soll 2017 einem Parteifreund zu einem Vorstandsposten im Finanzamt Braunau, Ried und Schärding verholfen haben, obwohl eine Mitbewerberin besser qualifiziert gewesen sein soll. Eine neuerliche Diversion ist laut Krone nicht mehr möglich, es droht ein Schuld- oder Freispruch.

Wie sehr die Situation an den Nerven zerrt, zeigte ein verbaler Ausrutscher Wögingers im Nationalrat, bei dem er FPÖ-Anhänger beleidigte. Obwohl die Partei offiziell hinter ihrem Klubchef steht, ist die Anspannung spürbar. Der für April geplante Bundestag des Arbeitnehmer-Bundes (ÖAAB), bei dem Wöginger als Obmann wiedergewählt werden sollte, wurde laut Informationen der Kronen Zeitung kurzfristig auf den Herbst verschoben. Offiziell, um politische Themen nicht untergehen zu lassen, doch der Zusammenhang mit dem Prozess ist evident.

Die potenziellen Nachfolger stehen schon bereit

Für den Fall, dass Wöginger seinen Posten räumen muss, werden in den verschiedenen Bünden der ÖVP bereits die Messer gewetzt und Nachfolger in Stellung gebracht. Wie oe24 erfuhr, gibt es drei heiße Kandidaten, die um den mächtigen Posten rittern.

Der ÖAAB würde demnach den erfahrenen U-Ausschuss-Profi Andreas Hanger ins Rennen schicken. Als Niederösterreicher hätte er die Unterstützung der mächtigen Landesorganisation hinter sich. Der Wirtschaftsbund hingegen favorisiert seinen Finanzsprecher Andreas Ottenschläger. Und auch der Bauernbund mischt mit: Er bringt, wenig überraschend, seinen Präsidenten Georg Strasser als möglichen Nachfolger ins Spiel.

Trostpflaster Flughafen Linz?

Sollte Wöginger tatsächlich als Klubobmann abtreten müssen, könnte es bereits ein Trostpflaster für ihn geben. Als einfacher Abgeordneter unterläge er nicht mehr dem Berufsverbot, das für einen Klubobmann gilt. Wie oe24 berichtet, kursieren Gerüchte, dass der VP-Politiker einen Posten beim Flughafen Linz annehmen könnte. Der Vertrag des dortigen Geschäftsführers läuft Ende des Jahres aus. Die ÖVP dementiert diese Spekulationen jedoch vehement und betont: „Er ist Klubobmann und bleibt Klubobmann“. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob diese Aussage hält.

Quellen: oe24.at, krone.at
Credits: APA

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