„Wo war die Airbert One, als Kickl Innenminister war?“ — ÖVP greift FPÖ von zwei Seiten an

„Wo war die Airbert One, als Kickl Innenminister war?“ — ÖVP greift FPÖ von zwei Seiten an

Remigrationssong, Polizei-Pressekonferenz und ein Doppelbezug von über 200.000 Euro: Die ÖVP startet die politische Woche mit zwei gezielten Angriffen auf die FPÖ.

Marchetti gegen Kickl: Zahlen statt Songs

ÖVP-Generalsekretär Nico Marchetti nahm den FPÖ-Remigrationssong „Airbert One“ zum Anlass für einen direkten Zahlenvergleich. „Wo war die Airbert One, als Kickl Innenminister war?“, fragte er laut oe24.at — und lieferte die Antwort selbst: Unter FPÖ-Innenminister Herbert Kickl gab es 2018 insgesamt 12.611 freiwillige und zwangsweise Ausreisen. Unter ÖVP-Innenminister Gerhard Karner waren es 2025 laut oe24.at bereits 14.156 — davon 6.801 Zwangsabschiebungen und 7.355 freiwillige Ausreisen.

„Kickl konzentriert sich auf die Erstellung von KI-Liedern, während Innenminister Gerhard Karner konsequent abschiebt“, sagte Marchetti laut oe24.at. Er griff auch den Begriff „Remigration“ direkt an: Die FPÖ verteidige ihn mit solcher Inbrunst, dass man sich fragen müsse, „ob wirklich die Identitären zum Vorfeld der FPÖ gehören oder nicht vielmehr die FPÖ zu einer Außenstelle der Identitären verkommt.“

Hanger gegen Landbauer und Eisenhut: Doppelbezug im Fokus

Die zweite Attacke kam von ÖVP-Mandatar Andreas Hanger. Anlass war eine FPÖ-Pressekonferenz von NÖ-Landeshauptfrau-Stellvertreter Udo Landbauer und FPÖ-Abgeordneter Irene Eisenhut, die laut oe24.at einen „Frontalangriff auf unsere Polizisten stoppen“ forderten und dem ÖVP-Innenminister ein Sparpaket im Polizeibereich vorwarfen.

Hanger nannte das eine „peinliche Vorstellung“ — und verwies auf das Einkommensprofil von Eisenhut: Sie sei seit sechs Jahren teilweise und seit eineinhalb Jahren vollständig vom Polizeidienst freigestellt — bei vollen Bezügen. Als Nationalratsabgeordnete verdiene sie rund 10.351 Euro brutto monatlich, dazu kämen Nebenverdienste in der Kategorie 4.001 bis 8.000 Euro pro Monat. Laut oe24.at käme sie damit im Unterfall auf rund 200.000 Euro jährlich. „Sich als freigestellte Personalvertreterin und Nationalratsabgeordnete mit saftigem Doppelbezug als Verfechterin der Polizistinnen und Polizisten aufzuspielen, ist unglaubwürdig und abgehoben“, so Hanger laut oe24.at.

Als weiteren Seitenhieb erinnerte Hanger an Kickls gescheitertes „Pony-Express“-Experiment aus dessen Zeit als Innenminister — als Pferde in der Wiener Polizei eingesetzt wurden, was breit als Fehlinvestition kritisiert wurde.

Weitere Attacken angekündigt

Hanger kündigte für den nächsten Tag eine weitere Pressekonferenz an — unter dem Titel „U-Ausschuss — FPÖ produziert Kostenlawine.“ Der politische Schlagabtausch zwischen ÖVP und FPÖ geht also weiter.

EINORDNUNG DER REDAKTION
Dass die ÖVP die FPÖ angreift, ist in der österreichischen Politik nichts Ungewöhnliches — auch wenn beide Parteien auf Landesebene in mehreren Bundesländern gemeinsam regieren. Was auffällt: Die ÖVP nutzt konkrete Zahlen als Werkzeug — Abschiebezahlen, Einkommensdaten — statt reiner Rhetorik. Das ist zielgerichteter als ein Gegensong. Ob es wirkt, zeigen die nächsten Umfragen.

Credits: Parlamentsdirektion, Johannes Zinner

Teilen:
0 0 Abgegebene Stimmen
Artikel Bewertung
Abonnieren
Benachrichtigung von
guest
0 Kommentare
Älteste
Neuestes Meistgewählt
0
Ich würde mich über Ihre Meinung freuen, bitte kommentieren Sie.x