WKStA klagt Pilnaceks frühere Lebensgefährtin an — Laptop-Affäre eskaliert

WKStA klagt Pilnaceks frühere Lebensgefährtin an — Laptop-Affäre eskaliert

Die Causa rund um den verschwundenen Laptop des verstorbenen Justiz-Sektionschefs Christian Pilnacek hat eine neue Dimension erreicht: Die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft hat Anklage gegen zwei Frauen erhoben, die den Ermittlern falsche Angaben gemacht haben sollen.

Zwei Anklagen — ein verschwundener Laptop

Wie oe24 unter Berufung auf einen Bericht des Standard berichtet, hat die WKStA Anklage gegen Karin Wurm, die frühere Lebensgefährtin Pilnaceks, sowie gegen deren damalige Mitbewohnerin Anna P. erhoben. Der Vorwurf: Beide sollen Ermittler in der Affäre rund um Pilnaceks Laptop falsch informiert haben.

Wurm hatte laut oe24 gegenüber den Behörden angegeben, sie habe nach dem Gerät gesucht, es aber nicht gefunden. Anna P. — die damals für den früheren Nationalratspräsidenten Wolfgang Sobotka tätig war — erklärte, sie könne sich nicht mehr erinnern, wann sie den Laptop zuletzt gesehen habe.

Was Ermittlungen und U-Ausschuss ans Licht brachten

Spätere Untersuchungen ergaben ein anderes Bild. Wie oe24 berichtet, soll der Laptop nach Pilnaceks Tod zunächst an einen IT-Techniker und danach an den Unternehmer Chris Mattura weitergegeben worden sein. Dieser Umstand widerspricht den ursprünglichen Angaben beider Angeklagten direkt.

Pikant ist eine weitere Episode, die im Pilnacek-Untersuchungsausschuss zur Sprache kam: In einem Gespräch bei Investigativjournalist Michael Nikbakhsh soll Anna P. behauptet haben, der damalige Bundespolizeidirektor Michael Takacs habe ihr geraten, den Laptop verschwinden zu lassen. Diese Aussage zog sie später zurück. Takacs selbst weist den Vorwurf seit jeher vehement zurück.

Hochegger und Mattura als Zeugen geladen

Für den Prozess hat die WKStA laut oe24 mehrere Zeugenladungen beantragt — darunter den Unternehmer Chris Mattura sowie den früheren Lobbyisten Peter Hochegger, der beim besagten Gespräch im Büro von Journalist Nikbakhsh anwesend war. Deren Aussagen dürften entscheidend sein, um den tatsächlichen Verbleib des Laptops zu klären.

Wurm und Anna P. erklärten, sie hätten sich nach Pilnaceks plötzlichem Tod im Oktober 2023 in einem emotionalen Ausnahmezustand befunden. Für beide gilt die Unschuldsvermutung.

Credits: APA

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