Bekommt die Fassade des mächtigen russischen Bären Risse? Während die Kriegsmaschinerie unaufhörlich weiterläuft, mehren sich im Inneren die Zeichen einer drohenden Wirtschaftskrise. Selbst hochrangige Regierungsmitglieder schlagen Alarm, und nun soll das eigene Volk zur Kasse gebeten werden, um die gigantischen Löcher im Staatshaushalt zu stopfen.
Steuerhammer soll Kriegskasse füllen
Um die enormen Ausgaben für den Krieg zu decken, greift der Kreml zu drastischen Maßnahmen. Wie oe24 berichtet, plant die Regierung eine spürbare Erhöhung der Mehrwertsteuer von 20 auf 22 Prozent. Doch damit nicht genug: Auch kleinere Unternehmen, die bisher verschont blieben, sollen künftig zur Kasse gebeten werden. Dieser Schritt kommt überraschend, hatte Kremlchef Putin doch erst 2024 versprochen, die Steuern bis 2030 nicht anzutasten.
Das Finanzministerium gibt offen zu, dass das Geld für „Verteidigung und Sicherheit“ benötigt wird. Allein bis August beläuft sich das Haushaltsdefizit auf schwindelerregende 43 Milliarden Euro. Der Krieg wird für Russland zu einer immer teureren Belastung.
Der Krieg frisst Wirtschaft und Ressourcen
Die Kosten des Krieges sind kaum zu beziffern. Offiziell fließen dieses Jahr rund 135 Milliarden Euro in Verteidigung und innere Sicherheit – das sind etwa 40 Prozent der gesamten Staatsausgaben. Doch die wahren Kosten liegen viel höher. Die Sanktionen des Westens zwingen Russland, technologisch zurückzufallen, während ukrainische Angriffe die lebenswichtige Ölindustrie schwer treffen.
Dutzende Raffinerien im europäischen Teil Russlands wurden bereits attackiert und mussten ihren Betrieb teilweise monatelang einstellen. Die Folge: Im eigenen Land wird das Benzin knapp. Wie oe24 meldet, musste Vizeregierungschef Alexander Nowak sogar ein Exportverbot für Benzin und Diesel verlängern, um die Versorgung im Inland zu sichern.
Trump bezeichnet Russland als „Papiertiger“
Selbst der sonst als Putin-nah geltende US-Präsident Donald Trump findet deutliche Worte. Nach einem Treffen mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj bezeichnete er Russland als „Papiertiger“. Auf seiner Plattform Truth Social schrieb er, dass Wladimir Putin und Russland in „großen wirtschaftlichen Schwierigkeiten“ steckten. Diese unerwartet scharfe Rhetorik könnte, falls darauf Taten folgen, den Druck auf Moskau weiter erhöhen.
Was kommt nach dem Krieg?
Ein Ende des Krieges würde zwar den Sanktionsdruck lindern, doch es könnte eine neue Krise auslösen. Derzeit ist die Rüstungsindustrie der einzige Motor, der Russlands Wirtschaftswachstum am Leben erhält. Sie ist für acht Prozent des Bruttoinlandsprodukts verantwortlich.
Eine Umstellung auf eine Friedenswirtschaft würde einen massiven Einbruch bedeuten. Gleichzeitig stellt sich die Frage, was mit den Hunderttausenden Soldaten geschehen soll, die von der Front zurückkehren. Experten warnen vor einem dramatischen Anstieg der Arbeitslosigkeit und sozialen Unruhen. Für Putin wird die Lage immer brenzliger – an der Front und in der Heimat.
Quellen: oe24.at
Credits: APA
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