Wirbel um die Männer-Quote bei Babler TV

Wirbel um die Männer-Quote bei Babler TV

Der Startschuss für den neuen Parteikanal der SPÖ, „SPÖ eins“, sorgt für ordentlich Gesprächsstoff – und zwar nicht unbedingt aus den gewünschten Gründen. Stattjubel gab es vor allem Kritik am männlichen Übergewicht im Interview-Line-up. Drei Männer am Stück waren zu sehen, Frauen sucht man in der Gästeliste erst mal vergebens. Wie oe24.at berichtet, äußerten viele Zuschauer via Social Media ihren Unmut: „Zumindest eine Frau wäre nett gewesen.“

Publizistin Bohrn Mena kritisiert „widersprüchliches“ Konzept

Nicht nur das Publikum zeigt sich irritiert. Die bekannte Publizistin Veronika Bohrn Mena meldete sich zu Wort und bringt den Zwiespalt auf den Punkt: Der neue Partei-TV-Kanal wirke auf den ersten Blick widersprüchlich, insbesondere was die gleichstellungspolitische Botschaft angeht. Für eine Partei, die sich gesellschaftliche Modernität auf die Fahnen schreibt, wirkt der Männerfokus bei Babler TV wie ein Rückschritt.


SPÖ-Chef Babler am Pranger: Unverhältnismäßige Männer-Dominanz?

Andreas Babler, SPÖ-Chef und Vizekanzler, hatte den Kanal ursprünglich als „zeitgemäße Kommunikation der Leistungen seiner Partei“ präsentiert. Das Ergebnis jedoch spricht eine andere Sprache. Die FPÖ erteilte „SPÖ eins“ sogar eine saftige Abreibung und nannte den Sender nach nur einem Tag einen „absoluten Rohrkrepierer“ (FPÖ-Kritik via oe24.at).

Frauen? Fehlanzeige!

Der dramatische Männer-Überschuss im neuen Format fällt besonders auf, wenn man die Forderungen der SPÖ selbst berücksichtigt, die sich gerade im politisch-medialen Diskurs für mehr Gleichberechtigung und Frauenrechte engagiert. So zeigt der Start der Plattform eine deutliche Diskrepanz zwischen Anspruch und Wirklichkeit.

Die Kritik ist hoch: Es fehlt an weiblichen Stimmen, nicht zuletzt, da die Partei in der Öffentlichkeit immer wieder die Wichtigkeit der Frauenquote betont hat. Dass im eigenen Parteikanal, der das „neue Gesicht“ der SPÖ sein soll, vor allem Männer präsentiert werden, stößt deshalb sauer auf.

Reaktionen aus den sozialen Medien

Auf Twitter und Co. macht sich eine Welle der Entrüstung breit. Nutzer fordern mehr Diversität und werfen Babler und der SPÖ vor, „das Thema Gleichstellung nur vor sich herzuschieben“ und nicht ernst zu nehmen. Sätze wie „Männer, Männer, Männer – und wo sind die Frauen?“ gehen dabei viral.


Quellen:
oe24.at — Wirbel um Männer-Quote bei Babler TV
oe24.at — FPÖ kritisiert Babler TV als Rohrkrepierer

Credits: APA

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