Der idyllische Bisamberg in Floridsdorf steht vor einer massiven Veränderung. Neue Pläne für einen gewaltigen Windpark versetzen Naturschützer und Anrainer in höchste Alarmbereitschaft. Mitten im beliebten Naherholungsgebiet sollen gigantische Rotoren in den Himmel wachsen.
Wie der Kurier berichtet, liegen Pläne für vier mächtige Windkraftanlagen an den Ausläufern des Bisambergs vor. Das Projekt trägt den Namen „WP Floridsdorf“ und wird von der heimischen WEB Windenergie AG vorangetrieben. Pikantes Detail am Rande: Im Aufsichtsrat dieses Konzerns sitzt die ehemalige SPÖ-Spitzenpolitikerin Brigitte Ederer. Die geplanten Standorte befinden sich östlich des Bisambergs, genau zwischen dem Rendezvousberg und der idyllischen Stammersdorfer Kellergasse.
Gefahr für Natur und Tiere?
Das ausgewählte Areal grenzt unmittelbar an ein streng geschütztes Natura-2000-Gebiet und liegt mitten im Wiener Grüngürtel. Die strengen Regeln zum Erhalt von Tier- und Pflanzenarten scheinen bei diesen Plänen auf der Kippe zu stehen. Besonders brisant ist der geplante Bau eines Windrades direkt neben dem Naturdenkmal Schanze 12 am Wolfersgrünweg. Die Rotoren würden das Gebiet auf einer Fläche von mehr als 4.300 Quadratmetern überdecken. Allein das massive Betonfundament würde fast 500 Quadratmeter Boden versiegeln.
Naturschützer schlagen deshalb lautstark Alarm. Leopold Andrä von der Interessensgemeinschaft „Pro Wild“ warnt eindringlich vor den Konsequenzen, wie der Kurier weiter berichtet. Eine aktuelle Studie belegt, dass in diesem Gebiet rund 100 verschiedene Vogelarten leben. Darunter sind bedrohte Bodenbrüter wie die Feldlerche, die Goldammer und die Wachtel. Auch eine Population der streng geschützten Ziesel ist dort heimisch.
Politik schäumt vor Wut
Die Betreiberfirma hält sich noch bedeckt und spricht von einer sehr frühen Projektphase. Im Wiener Rathaus gibt man sich ebenfalls zurückhaltend. Der Umweltschutzabteilung MA 22 liegt laut aktuellen Informationen noch kein offizieller Bewilligungsantrag vor.
Die politischen Wogen gehen dennoch bereits hoch. Der Zweite Landtagspräsident Toni Mahdalik und der Floridsdorfer FPÖ-Bezirksparteiobmann Wolfgang Irschik bezeichnen die Pläne laut oe24.at als „blanken Irrsinn“. Mahdalik sieht darin die reine Verschandelung eines der letzten Naherholungsgebiete Wiens zugunsten wirtschaftlicher Interessen. Irschik ergänzt, dass die Bevölkerung einmal mehr vor vollendete Tatsachen gestellt werde. Die Freiheitlichen fordern den sofortigen Stopp des Projekts und warnen vor einer reinen Gewinnmaximierung auf Kosten der Wiener.
Quellen: oe24.at, Kurier
Credits: APA
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