Wiener Kult-Lokal nach 136 Jahren vor dem Aus?

Wiener Kult-Lokal nach 136 Jahren vor dem Aus?

Eine traurige Nachricht aus der Wiener Gastronomieszene: Das Traditionsgasthaus „Der Brandstetter“ in der Hernalser Hauptstraße hat Insolvenz angemeldet. Nach 136 Jahren voller Wiener Charme und exzellenter Hausmannskost steht die Institution nun vor einer ungewissen Zukunft. Elf Mitarbeiter und 25 Gläubiger sind von der Pleite betroffen.

Corona und Teuerung als Todesstoß

Die Gründe für die finanzielle Schieflage sind vielfältig. Wie der Alpenländische Kreditorenverband (AKV) und der Kreditschutzverband (KSV) 1870 berichten, haben die Betreiber einen Antrag auf ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung gestellt. Die Schulden belaufen sich auf rund 274.000 Euro. Als Hauptursachen werden die Nachwirkungen der Corona-Pandemie mit ihren verordneten Schließungen genannt. Doch auch die massive Teuerung bei Energie- und Warenkosten sowie ein verändertes Konsumverhalten der Gäste setzten dem Lokal schwer zu. Ein weiterer schmerzlicher Faktor, so berichtet „Die Presse“, waren die Umsatzeinbrüche durch den Umbau des nahegelegenen Stadions des Wiener Sportklubs, dessen Fans zu den treuen Stammgästen zählten.

Hoffnungsschimmer für die Rettung

Trotz der düsteren Wolken über Hernals gibt es noch Hoffnung. Die Betreiber, Thomas Platzer und seine Partnerin Tina Csenar, die das Lokal 1994 übernahmen, wollen den Betrieb unbedingt weiterführen. Ein Sanierungsplan liegt bereits auf dem Tisch. Wie Peter Stromberger vom KSV1870 gegenüber „MeinBezirk“ erklärte, wird den Gläubigern eine Quote von 20 Prozent angeboten, die innerhalb von zwei Jahren zahlbar wäre. Ob dieser Rettungsanker ausreicht, muss nun der zuständige Insolvenzverwalter prüfen.

Vom „Zinterhof“ zum „Brandstetter“

Die Geschichte des Lokals reicht bis ins Jahr 1889 zurück, als es unter dem Namen „Zinterhof“ eröffnet wurde. Seit 1938 ist es als „Brandstetter“ bekannt und eine feste Größe in der Wiener Wirtshauskultur. Erst im Oktober 2024 sorgte eine Verkaufsanzeige auf Willhaben für Aufsehen, in der das Lokal für 920.000 Euro angeboten wurde, wie „MeinBezirk“ damals meldete. Nun hoffen Stammgäste und Fans der Wiener Küche, dass die Lichter in der Hernalser Hauptstraße 134 nicht für immer ausgehen.

Quellen: oe24.at, diepresse.com, meinbezirk.at, KSV1870, AKV

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