Seit eineinhalb Jahren sitzt ein 25-jähriger IT-Techniker aus Wien in einem Gefängnis in Florida fest, nun muss er sich der amerikanischen Justiz stellen. Der Prozess, bei dem ihm bis zu 30 Jahre Haft drohen könnten, ist für nächstes Jahr angesetzt. Der Fall, der mit einer Online-Romanze begann, hat sich für den jungen Österreicher zu einem juristischen Albtraum entwickelt.
Vom Online-Spiel in die Gefängniszelle
Die Geschichte nahm in der digitalen Welt ihren Anfang. Der Wiener lernte ein minderjähriges Mädchen beim Online-Computerspielen kennen. Wie die Tageszeitung Die Presse berichtet, chatteten die beiden mehrere Monate lang, und der Mann, der von seiner Familie als introvertiert und schüchtern beschrieben wird, verliebte sich. Er beschloss, nach Florida zu fliegen, um sie persönlich zu treffen.
Das schicksalhafte Treffen fand in Cocoa Beach statt. Der damals 24-jährige Mann wurde am 28. April des Vorjahres verhaftet, nachdem er die Nacht in einem Hotel mit der damals 15-jährigen Jugendlichen verbracht hatte. Wie die Kronen Zeitung damals berichtete, gab er bei seiner Festnahme an, der Sex sei einvernehmlich gewesen und die Jugendliche habe ihm gesagt, sie sei 19 Jahre alt. Ein Detail, das ihm unter den strengen Gesetzen Floridas jedoch kaum Schutz bietet. Seit dem 1. Mai 2024 sitzt er im Brevard County Jail in Cocoa, einem Komplex mit durchschnittlich 1.600 Häftlingen.
Schwere Vorwürfe und langes Warten auf den Prozess
Die Anklagepunkte gegen den Österreicher sind schwerwiegend. Laut Informationen der Nachrichtenagentur APA wurde er bereits im Oktober 2024 in mehreren Punkten angeklagt. Der ORF meldet, dass die Vorwürfe unter anderem sexuellen Missbrauch einer Minderjährigen unter 16 Jahren sowie die Beeinträchtigung des Sorgerechts einer Minderjährigen umfassen.
Eine Sprecherin des Außenministeriums bestätigte gegenüber der APA, dass der Prozess für 2026 geplant ist, merkte aber an, dass ein genauer Termin noch nicht feststeht, da „das Beweisverfahren noch nicht abgeschlossen“ sei. Die österreichische Botschaft stehe in regelmäßigem Kontakt mit dem Mann und seiner Rechtsvertretung, wollte aber aus Datenschutzgründen keine Details zu den Anklagepunkten nennen.
Bis zu 30 Jahre hinter Gittern drohen
Während die mutmaßlichen Taten nach österreichischem Recht möglicherweise anders bewertet würden, gehen die Behörden in Florida von mehreren vollendeten Verbrechen aus. Nach US-Recht drohen dem IT-Techniker im Falle einer Verurteilung bis zu 30 Jahre Haft. Das amerikanische Justizsystem ist für seine unnachgiebige Haltung in solchen Fällen bekannt, was den jungen Wiener fern der Heimat vor eine sehr ungewisse Zukunft stellt.
Quellen: Die Presse, APA, Der Standard, Kronenzeitung, ORF
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