Wiener Geburtenbarometer: 58 Prozent der Neugeborenen haben Mütter aus dem Ausland

Wiener Geburtenbarometer: 58 Prozent der Neugeborenen haben Mütter aus dem Ausland

Frauen in Wien bekommen immer später und insgesamt seltener Kinder – und ein wachsender Anteil der Geburten stammt von Müttern, die selbst im Ausland geboren wurden. Das zeigt das neue „Geburtenbarometer“ der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW).

Geburtenrate auf niedrigem Niveau – unter Österreich-Schnitt

Wie heute.at unter Berufung auf das ÖAW-Geburtenbarometer berichtet, lag die Geburtenrate 2024 in Wien bei nur noch 1,22 Kindern pro Frau. Damit bleibt die Bundeshauptstadt deutlich unter dem österreichweiten Schnitt von 1,31. Schon historisch pendelte die Wiener Rate lange zwischen 1,3 und 1,4, bevor sie 2023 auf den Tiefstand von 1,17 fiel. 2024 gab es zumindest eine leichte Erholung.

Kinder erst ab 30 – höhere Bildung als Treiber

Wie heute.at weiter berichtet, sind Frauen in Wien bei der Geburt ihres Kindes im Schnitt älter als im restlichen Österreich. Die meisten Mütter fallen in die Altersgruppe der 30- bis 34-Jährigen. Mutterschaft in höherem Alter sei in Wien weiter verbreitet als österreichweit – ein Grund dafür sei der hohe Anteil höher gebildeter Frauen. Viele würden ihre Familiengründung bewusst aufschieben und erst in den späten 30ern oder frühen 40ern Kinder bekommen.

58 Prozent der Neugeborenen von ausländischen Müttern

Besonders auffällig ist laut ÖAW-Geburtenbarometer der Anteil der Mütter aus dem Ausland. 2024 hatten 58 Prozent der in Wien geborenen Kinder eine Mutter, die selbst im Ausland zur Welt gekommen ist. Österreichweit liegt dieser Anteil bei 36 Prozent – der Wiener Wert ist also deutlich höher. Wie heute.at berichtet, führen Mütter aus Syrien mit 2.900 Geburten die Statistik an, gefolgt von Frauen aus Deutschland (2.600), Rumänien (2.600), Bosnien und Herzegowina (2.100) und der Türkei (1.800).

Ein Viertel der Jüngeren wird kinderlos bleiben

Beim Kinderwunsch bleibt Wien auf niedrigem Niveau. Frauen in Wien wünschen sich im Schnitt laut Studie 1,6 Kinder. Caroline Berghammer vom Institut für Demographie der ÖAW erklärt gegenüber ORF Wissen: „Unter Frauen, die jetzt circa 45 Jahre alt sind, bleiben rund 20 Prozent kinderlos.“ Bei Frauen, die nach 1990 geboren wurden, werde dieser Anteil laut Prognosen auf über 25 Prozent steigen.

Kinder kosten bis zu 100.000 Euro

Ein zentraler Faktor bleibt die finanzielle Belastung. Wie heute.at unter Berufung auf die Kinderkostenanalyse der Statistik Austria berichtet, verursachen Kinder bis zum 18. Geburtstag im Schnitt rund 100.000 Euro an direkten Kosten – etwa für Wohnen, Essen und Kleidung. Dazu kommen Einkommensverluste durch Teilzeitarbeit, die in dieser Rechnung noch nicht berücksichtigt sind. Berghammer fasst es laut heute.at nüchtern zusammen: „Kinder muss man sich auch leisten können.“

Credits: APA

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