Vertrauensindex im Detail: Kickl legt zu, Schumann und Meinl-Reisinger stürzen ab

Vertrauensindex im Detail: Kickl legt zu, Schumann und Meinl-Reisinger stürzen ab

Der aktuelle APA/OGM-Vertrauensindex für Juli 2026 bringt gleich mehrere Überraschungen. Während FPÖ-Chef Herbert Kickl als einziger Parteichef zulegen kann, sorgt vor allem ein Ressort für Gesprächsstoff – dort verliert ausgerechnet die Ministerin deutlich an Vertrauen, während ihre eigene Staatssekretärin zu den Gewinnerinnen zählt.

Van der Bellen weiter uneinholbar, nur ein Minister im Plus

Unangefochten an der Spitze bleibt Bundespräsident Alexander Van der Bellen mit einem gegenüber April unveränderten Saldo von plus 23. Dahinter folgt die Dritte Nationalratspräsidentin Doris Bures (SPÖ) mit plus 15, ein Minus von drei Punkten im Vergleich zur Vorerhebung. Bemerkenswert: Unter den Regierungsmitgliedern schafft es lediglich Finanzminister Markus Marterbauer (SPÖ) überhaupt ins Plus. Er liegt bei einem Saldo von plus 11 und legte dabei sogar um fünf Punkte zu – ein Anstieg, den Beobachter auch mit seiner öffentlich gemachten Krebsdiagnose in Verbindung bringen, die genau in den Erhebungszeitraum fiel. Innerhalb seines eigenen Ressorts ist zudem Staatssekretärin Barbara Eibinger-Miedl (ÖVP) die beliebteste Politikerin.

Kickl als einziger Parteichef im Aufwind

Besonders auffällig ist die Entwicklung bei Herbert Kickl. Als einziger Parteivorsitzender kann der FPÖ-Chef seinen Vertrauenswert verbessern, um sechs Punkte. Trotz dieses Zugewinns bleibt sein Saldo weiterhin klar negativ. Zu den größten Gewinnern zählt neben Kickl auch Finanzminister Marterbauer sowie SPÖ-Gesundheitsstaatssekretärin Ulrike Königsberger-Ludwig, die um drei Punkte zulegt.

Ausgerechnet die eigene Chefin verliert

Für die interessanteste Randnotiz des Rankings sorgt ausgerechnet das Verhältnis zwischen Königsberger-Ludwig und ihrer Vorgesetzten: Während die Staatssekretärin zu den Gewinnerinnen zählt, verliert Gesundheitsministerin Korinna Schumann (SPÖ) im selben Zeitraum gleich sechs Saldopunkte und zählt damit zu den größten Verliererinnen der aktuellen Erhebung. Als Hintergrund gilt die Kritik an der von ihr präsentierten Gesundheitsreform, die zuletzt selbst aus den eigenen SPÖ-Reihen kam.

Auch Wiederkehr und Meinl-Reisinger deutlich im Minus

Ebenfalls sechs Punkte verlor Bildungsminister Christoph Wiederkehr (NEOS), der damit auf einen Saldo von minus 15 kommt – ein Rückgang, der mit der Debatte um Hitze an Schulen in Verbindung gebracht wird. Die mit Abstand größte Verliererin des gesamten Rankings ist jedoch NEOS-Chefin und Außenministerin Beate Meinl-Reisinger: Sie büßt gegenüber April elf Punkte ein, so viel wie kein anderer Spitzenpolitiker im gesamten Index. Ihr Einbruch fällt zeitlich mit der Debatte um den Ausschluss von NEOS-Mitgründer Veit Dengler zusammen, der die Partei zuletzt in Turbulenzen stürzte.

Zur Methodik

Für den Vertrauensindex Bundespolitik befragte das Meinungsforschungsinstitut OGM im Auftrag der APA im Juli 2026 wahlberechtigte Österreicherinnen und Österreicher ab 16 Jahren zu ihrem Vertrauen in die wichtigsten Politikerinnen und Politiker des Landes. Der Saldo ergibt sich jeweils aus der Differenz zwischen dem Anteil der Befragten, die einer Person vertrauen, und jenen, die ihr nicht vertrauen.

Credits: Parlamentsdirektion/​Thomas Topf

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