Die Wiener SPÖ bleibt klar die Nummer eins, aber der Vorsprung schrumpft. Im neuen W24-Stadtbarometer kommt die Partei von Bürgermeister Michael Ludwig auf 35 Prozent, die FPÖ auf 26. Für die Meinungsforscher liegt der Grund vor allem außerhalb der Stadt.
Die Zahlen im Überblick
Das Stadtbarometer hat der Wiener Sender W24 gemeinsam mit dem Institut für Demoskopie und Datenanalyse (IFDD) erhoben, die Befragung endete laut Aussendung am 24. September. Die SPÖ kommt auf 35 Prozent, die FPÖ auf 26 Prozent. Dahinter folgen die Grünen mit 19 Prozent, NEOS und ÖVP mit jeweils 7 Prozent sowie die KPÖ mit 5 Prozent. Gegenüber dem Stadtbarometer vom Juni verliert die SPÖ einen Prozentpunkt, die FPÖ gewinnt einen dazu. Deutlicher fällt der Zuwachs bei den Grünen aus: Sie legen von 17 auf 19 Prozent zu.
Der Vergleich mit der Wahl
Wie groß die Verschiebung ist, zeigt der Blick auf die Gemeinderatswahl vom April 2025. Damals kam die SPÖ auf 39,38 Prozent und war fast doppelt so stark wie die FPÖ mit 20,35 Prozent. Jetzt liegen beide weniger als zehn Prozentpunkte auseinander.
Ludwig stärker als seine Partei
Der Bürgermeister selbst schneidet weiterhin besser ab als die SPÖ. Bei einer fiktiven Direktwahl käme Ludwig auf 44 Prozent, FPÖ-Chef Dominik Nepp auf 26 Prozent und Grünen-Chefin Judith Pühringer auf 17 Prozent. Allerdings verliert auch Ludwig: Im Juni waren es noch 46 Prozent.
„Gegenwind aus dem Bund“
IFDD-Geschäftsführer Christoph Haselmayer sieht die Ursache in der Bundespolitik: „Der deutliche Gegenwind aus dem Bund zieht auch eine starke Landespartei wie die SPÖ Wien nach unten“, zitiert ihn oe24. Umgekehrt profitiere die FPÖ vom Rückenwind aus dem Bund, obwohl sie sich im städtischen Raum deutlich schwerer tue als auf dem Land. oe24 spricht deshalb von einem „Babler-Effekt“. Bundesweit liegt die SPÖ unter Andreas Babler in der jüngsten Lazarsfeld-Umfrage bei 15 Prozent.
Ludwig und die Führungsfrage
Brisant ist das Ergebnis wegen der Personaldebatte in der Bundes-SPÖ. Ludwig hat sich zur Zukunft Bablers bislang öffentlich nicht festgelegt, obwohl er sich laut „Kurier“ zuletzt mehrfach mit Gerhard Zeiler getroffen hat, der Babler herausfordern will. Die Wiener Landespartei gilt als eine der einflussreichsten in der SPÖ – ihre Haltung dürfte für den Ausgang des Machtkampfs entscheidend sein.
Credits: C.Stadler/Bwag – Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=93841266 – mit KI-Erweiterung
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