Wien-Umfrage: NEOS brechen ein – Rot-Pink hat keine Mehrheit mehr

Wien-Umfrage: NEOS brechen ein – Rot-Pink hat keine Mehrheit mehr

Vier Jahre vor der nächsten Wiener Gemeinderatswahl zeigt eine neue Erhebung deutliche Verschiebungen in der Bundeshauptstadt. Für die regierende Koalition aus SPÖ und NEOS sind die Zahlen ein Warnsignal.

SPÖ verliert, FPÖ und Grüne gewinnen

Wie exxpress unter Berufung auf eine aktuelle Umfrage von W24 und dem Meinungsforschungsinstitut IFDD berichtet, käme die SPÖ bei einer Gemeinderatswahl am kommenden Sonntag auf 36 Prozent – sie bliebe damit klar stärkste Kraft, verlöre aber gegenüber dem Wahlergebnis 2025 an Zustimmung. Die FPÖ legt laut der Erhebung deutlich zu und erreicht 25 Prozent. Die Grünen verbessern sich auf 17 Prozent. Die ÖVP kommt auf acht Prozent, ohne erkennbaren Aufwärtstrend.

NEOS mit nur noch neun Prozent – Koalition ohne Mehrheit

Das schlechteste Ergebnis der Erhebung landet bei den NEOS: Nur noch neun Prozent würden laut IFDD/W24 für die pinke Partei stimmen, wie exxpress berichtet. Das hat rechnerische Konsequenzen für die aktuelle Stadtregierung: SPÖ und NEOS kämen gemeinsam auf 45 Prozent – zu wenig für eine Mehrheit im Wiener Gemeinderat. Die bisherige Koalition hätte damit ihr Fundament verloren, würde sie heute zur Wahl stehen.

Ludwig klar vor Nepp und Pühringer

In der fiktiven Direktwahl des Bürgermeisters liegt Amtsinhaber Michael Ludwig (SPÖ) laut exxpress mit 46 Prozent deutlich in Führung. Dahinter folgt FPÖ-Wien-Chef Dominik Nepp mit 26 Prozent. Grünen-Spitzenkandidatin Judith Pühringer kommt auf 15 Prozent, NEOS-Chefin Bettina Emmerling nur auf vier Prozent.

EINORDNUNG DER REDAKTION
Die Umfrage ist ein Momentbild – die nächste Wiener Gemeinderatswahl findet erst 2030 statt, und vier Jahre sind in der Kommunalpolitik eine lange Zeit. Was das IFDD/W24-Ergebnis aber zeigt: Der NEOS-Absturz von bundesweit einstelligen Werten setzt sich auch in Wien fort, und das trifft ausgerechnet jene Partei, die in der Hauptstadt Regierungsverantwortung trägt. Dass die Grünen trotz Verlusten auf Bundesebene in Wien auf 17 Prozent kommen, bestätigt das bekannte Muster: Wien bleibt grüner als der Rest Österreichs. Ob SPÖ und NEOS bis 2030 eine Trendwende schaffen – oder ob die Stadtregierung schon vorher unter Druck gerät – hängt vor allem davon ab, wie die Koalition die anstehenden Budgetthemen und die Schuldenfrage löst.

Credits: Stadt Wien / Christian Jobst

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