Wien als möglicher Verhandlungsort: Stocker schlägt Treffen zwischen Putin und Selenskyj in Österreich vor

Wien als möglicher Verhandlungsort: Stocker schlägt Treffen zwischen Putin und Selenskyj in Österreich vor

Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP) hat vorgeschlagen, Wien als neutralen Ort für ein mögliches Treffen zwischen dem russischen Präsidenten Wladimir Putin und dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zur Verfügung zu stellen. Hintergrund ist die aktuelle Suche nach einem geeigneten Austragungsort für potenzielle Friedensgespräche im Ukraine-Konflikt. Wie der Kurier und der ORF berichten, verwies Stocker auf die lange Tradition Wiens als Ort des Dialogs und auf die Rolle internationaler Organisationen, insbesondere der OSZE, in der österreichischen Hauptstadt.

Österreichs Rolle als Vermittler

Wien verfügt aufgrund seiner langen diplomatischen Tradition und der Ansiedlung zahlreicher internationaler Organisationen, darunter die OSZE, über Erfahrung als Gastgeber internationaler Verhandlungen. Wie Stocker laut Kurier betont, bieten die Rahmenbedingungen in Österreich eine neutrale und professionelle Atmosphäre für Gespräche.

Juristische und diplomatische Herausforderungen

Eine besondere Herausforderung stellt laut Kurier der internationale Haftbefehl des Internationalen Strafgerichtshofs (IStGH) gegen den russischen Präsidenten dar. Dem Bundeskanzleramt zufolge müsse eine etwaige Teilnahme Putins an den Gesprächen im Vorfeld in enger Abstimmung mit dem IStGH geklärt werden. Österreich verwies dabei auf die bestehenden Amtssitzabkommen mit internationalen Organisationen.

Diskussion um den Verhandlungsort und internationale Reaktionen

Wien ist nicht der einzige vorgeschlagene Standort für mögliche Gespräche. Als weitere Optionen werden auch Genf und Budapest diskutiert. ORF berichtet, dass die Schweiz erklärt hat, Putin im Falle von Friedensverhandlungen Immunität gewähren zu wollen. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron brachte Genf ins Spiel und betonte, ein neutrales Land solle Gastgeber eines solchen Treffens sein. Das Weiße Haus favorisierte zuletzt Budapest als Austragungsort. Die endgültige Entscheidung steht jedoch noch aus.

Positionen der beteiligten Akteure

Wie der ORF meldet, hat sich der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bereit gezeigt, an einem Treffen ohne Vorbedingungen teilzunehmen, nachdem zuvor eine Waffenruhe als Voraussetzung genannt worden war. Russland wiederum gab an, grundsätzlich offen für ein Treffen im passenden Rahmen zu sein, wies jedoch auf die Notwendigkeit einer gründlichen Vorbereitung durch Delegationen hin. Außenminister Lawrow betonte laut Krone, dass Gespräche auf höchster Ebene sorgfältig vorbereitet werden müssten. Das Weiße Haus erklärte zudem, dass Putin solchen Gesprächen bereits zugestimmt habe und die Organisation eines bilateralen Treffens in Arbeit sei. Gleichzeitig gibt es, wie die Krone berichtet, Zweifel an der Ernsthaftigkeit der russischen Beteiligung, zumal der Kreml öffentlich bislang eher zurückhaltend auftritt.

Credits: APA

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