Die Weltgesundheitsorganisation schlägt Alarm. Ein neuer Ebola-Ausbruch im Nordosten der Demokratischen Republik Kongo und in Uganda breitet sich schneller aus als bekannt – und für die aktuelle Virusvariante gibt es keinen zugelassenen Impfstoff.
Tedros: „Tief besorgt über Ausmaß und Schnelligkeit“
Wie Reuters und vol.at berichten, erklärte WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus am Dienstag auf der Weltgesundheitsversammlung in Genf: „Ich bin tief besorgt angesichts des Ausmaßes und der Schnelligkeit der Ausbreitung der Seuche.“ Nach aktuellen Daten liegen laut Euronews mindestens 516 Verdachtsfälle und 131 mutmaßliche Todesfälle vor. Hinzu kommen 33 bestätigte Infektionen in der kongolesischen Provinz Ituri sowie ein bestätigter Erkrankungs- und Todesfall in der ugandischen Hauptstadt Kampala.
Die WHO hat den Ausbruch bereits als gesundheitliche Notlage von internationaler Tragweite eingestuft – jene Höchststufe, die zuletzt während der Covid-Pandemie ausgerufen worden war. Wie evangelisch.de unter Berufung auf WHO-Angaben berichtet, betonte Tedros allerdings ausdrücklich: Es handele sich nicht um eine Pandemie. Das regionale Ausbreitungsrisiko werde dennoch als erheblich eingestuft.
Bundibugyo-Variante: Kein Impfstoff, hohe Sterblichkeit
Besonders beunruhigend ist laut tt.com, dass es für die aktuelle Bundibugyo-Variante des Ebola-Virus keine zugelassenen Impfstoffe gibt. Wie Ärzte ohne Grenzen laut evangelisch.de warnen, sterben an Ebola je nach Ausbruch zwischen 30 und 90 Prozent der Erkrankten. Das Virus überträgt sich laut Euronews durch engen Kontakt mit Körperflüssigkeiten Erkrankter oder Verstorbener – Pflegekräfte und Familienmitglieder gelten als besonders gefährdet.
Laut Africa-CDC-Chef Jean Kaseya, den Euronews zitiert, hat die späte Entdeckung des Ausbruchs die Reaktion verzögert. Der früheste bekannte Verdachtsfall, ein 59-jähriger Mann, entwickelte am 24. April Symptome und starb drei Tage später. Als Gesundheitsbehörden am 5. Mai über soziale Medien auf den Ausbruch aufmerksam wurden, waren bereits 50 Todesfälle registriert. „Dieser Ausbruch begann im April. Bislang kennen wir den Indexfall nicht. Das heißt, wir wissen nicht, wie groß dieser Ausbruch tatsächlich ist“, sagte Kaseya.
US-Patient kommt nach Deutschland
Der Ausbruch hat bereits internationale Dimension erreicht. Wie Reuters berichtet, bat die US-Gesundheitsbehörde CDC Deutschland um Hilfe bei der Behandlung eines amerikanischen Staatsbürgers, der sich im Kongo mit Ebola infiziert hat. Das deutsche Gesundheitsministerium bestätigte laut vol.at: „Derzeit werden Vorkehrungen getroffen, den Patienten in Deutschland aufzunehmen und behandeln zu können.“ Neben dem Amerikaner sollen laut CDC sechs weitere Personen, die dem Virus ausgesetzt waren, nach Deutschland gebracht werden. Deutschland verfügt über ein bundesweites Expertennetzwerk für die Behandlung von Patienten mit hochpathogenen Erregern.
Milizen erschweren Bekämpfung – Ruanda schließt Grenzen
Die Lage vor Ort ist laut Reuters zusätzlich durch Angriffe regierungsfeindlicher Milizen im Osten der Demokratischen Republik Kongo erschwert. Ruanda hat laut vol.at seine Grenzen zum Kongo geschlossen, um eine Ausbreitung des Virus zu verhindern. Die WHO lieferte am Dienstag weitere sechs Tonnen medizinische Hilfsgüter in die betroffene Region, darunter Schutzausrüstung für medizinisches Personal.
Credits: APA
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