Kurz vor der Weltgesundheitsversammlung in Genf sorgt ein 54-seitiger Bericht einer WHO-Kommission für Aufsehen: Klimawandel soll als „gesundheitliche Notlage von internationaler Tragweite“ eingestuft werden – jene höchste Alarmstufe, die die WHO zuletzt zu Beginn der Corona-Pandemie ausgerufen hatte. Einer der elf Kommissionsmitglieder ist der frühere deutsche Gesundheitsminister Karl Lauterbach.
Die Forderung: Klimanotstand wie Corona-Notstand
Wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtet, hat die „Paneuropäische Kommission Klima und Gesundheit“ (PECCH) ihren Bericht am Wochenende an die WHO übergeben – rechtzeitig zur Weltgesundheitsversammlung, die vom 18. bis 23. Mai in Genf stattfindet. Die elfköpfige Expertengruppe wurde vor rund einem Jahr vom Europa-Büro der WHO einberufen und steht unter Leitung der früheren isländischen Ministerpräsidentin Katrín Jakobsdóttir. Weiteres prominentes Mitglied ist die dänische Ex-EU-Klimakommissarin Connie Hedegaard.
Der Kernbefund des Berichts, wie Apollo News unter Berufung auf die dpa berichtet: Der Klimawandel habe sich zu einem „internationalen Gesundheitsnotfall“ entwickelt und müsse von der WHO entsprechend behandelt werden. Damit wäre er formal auf einer Stufe mit der Covid-19-Pandemie – dem bislang einzigen Fall, in dem die WHO diese Höchststufe ausgerufen hat. Lauterbach selbst schrieb auf X: „Die WHO muss der Bekämpfung der Klimakrise mehr Aufmerksamkeit widmen. Abwarten im Verlauf der Katastrophe macht keinen Sinn.“
Lauterbach: Vom Pandemie-Hardliner zum Klima-Notstandsrufer
Wie Epoch Times berichtet, war Lauterbach von Dezember 2021 bis Mai 2025 Bundesgesundheitsminister und prägte die deutsche Corona-Politik maßgeblich. Nach dem Ende der Ampel-Koalition zog er erneut direkt in den Bundestag ein und übernahm den Vorsitz im Bundestagsausschuss für Forschung, Technologie, Raumfahrt und Technikfolgenabschätzung. Seine WHO-Kommissionsarbeit begann laut Epoch Times im Juni 2025 – mit dem erklärten Ziel, die gesundheitlichen Folgen des Klimawandels stärker ins Bewusstsein zu rücken.
Kritik: Notstandsinstrument für ideologische Ziele?
Die Forderung trifft auf breite Kritik. Wie achgut.com festhält, kommt die Kommissionsforderung ausgerechnet zu einem Zeitpunkt, da der Weltklimarat IPCC intern einräumt, dass sein extremstes Klimaszenario wissenschaftlich nicht haltbar ist. Kritiker werfen Lauterbach und der Kommission vor, ein Notstandsinstrument zu reaktivieren, das im Corona-Kontext umstrittene staatliche Eingriffe legitimiert hatte – und dieses nun auf ein Themenfeld auszudehnen, das grundsätzlich breitere politische Debatten erfordert. Wie Apollo News berichtet, sehen Skeptiker die Gefahr, dass ein WHO-Klima-Notstand dazu genutzt werden könnte, demokratische Kontrollmechanismen zu umgehen und weitreichende Maßnahmen am Parlament vorbei durchzusetzen.
Die WHO selbst hat bislang nicht auf die Empfehlungen reagiert. Ob die Weltgesundheitsversammlung den Forderungen der Kommission folgt, blieb bei Redaktionsschluss offen.
Credits: Von Steffen Prößdorf, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=158231930
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