Am 31. März müssen die Karten endgültig auf den Tisch gelegt werden. Der ORF ist per Gesetz dazu verpflichtet, seinen Transparenzbericht für die Jahre 2025/26 zu veröffentlichen. Das bedeutet: Alle Jahresbruttogehälter, die über der magischen Grenze von 170.000 Euro liegen, werden für die Öffentlichkeit einsehbar. Doch schon vor dem offiziellen Stichtag sind die brisanten Zahlen durchgesickert.
Der unangefochtene Spitzenverdiener
Wer nun denkt, die prominenten Gesichter aus dem Fernsehen führen die Liste an, der irrt gewaltig. Die klare Nummer eins im Gehaltsranking ist ORF-Manager Pius Strobl. Wie das Nachrichtenportal oe24 berichtet, kassierte Strobl im Jahr 2025 satte 451.700 Euro brutto – inklusive lukrativer Bonuszahlungen. Damit sichert er sich souverän den Thron und verweist sogar den mittlerweile zurückgetretenen ORF-General Roland Weißmann auf den zweiten Platz. Weißmann musste sich mit 427.500 Euro begnügen, da die Gehälter der ORF-Direktoren bereits seit dem Jahr 2022 eingefroren sind.
Die Enthüllung von Strobls Mega-Gage dürfte zudem eine alte Wunde wieder aufreißen: Es geht um seine umstrittene Zusatz-Pension. Der ORF hat dafür bereits Rückstellungen in Höhe von 2,4 Millionen Euro gebildet. Zunächst wollte Weißmann diesen Vertrag nicht einhalten, und auch die aktuelle Führungsspitze um Ingrid Thurnher stellt sich offenbar quer. Fällig wird diese üppige Pension ab dem 1. Jänner 2027, wenn Strobl offiziell in den Ruhestand tritt. Der frühere Spitzenreiter der Gehaltsliste, Ö3-Star Robert Kratky, ist übrigens nicht mehr im Rennen. Er verdiente stolze 472.702 Euro, hat den Sender aber mittlerweile verlassen.
Wer noch richtig abräumt
Hinter Strobl und Weißmann reihen sich weitere Führungskräfte mit stattlichen Summen ein. Auf dem dritten Platz landet ORF-3-Programm-Geschäftsführer Peter Schöber. Er kommt laut den vorab veröffentlichten Zahlen auf mindestens 301.319 Euro. Damit verdient er deutlich mehr als die oberste Chefin des Senders.
Die kaufmännische Direktorin Eva Schindlauer folgt mit 280.000 Euro, dicht auf den Fersen ist ihr die Finanzchefin von ORF3, Kathrin Zierhut, mit 276.430 Euro. Erst danach taucht die derzeitige ORF-Generaldirektorin Ingrid Thurnher auf der Liste auf. Sie bezieht ein Jahresbruttogehalt von 270.000 Euro. Exakt die gleiche Summe wandert auf die Konten von Programmdirektorin Stefanie Groiss-Horowitz und Technik-Direktor Harald Kräutner.
So viel verdient das bekannteste Gesicht des Senders
Und was ist mit den Leuten, die tagtäglich vor der Kamera stehen? Der bestbezahlte Journalist des Senders ist ZiB2-Anchor und Vize-Chefredakteur Armin Wolf. Sein Jahresgehalt lag im Vorjahr bei beachtlichen 266.855 Euro.
Auch in den Bundesländern wird gut verdient. Die bestbezahlte Landesdirektorin ist Waltraud Langer aus Salzburg mit 258.772 Euro. Knapp vor ihr platziert sich ORF-Kommunikationschef Martin Biedermann, der im Jahr zuvor 259.420 Euro einstreichen konnte. Die nackten Zahlen zeigen deutlich: Abseits des Rampenlichts werden die wahren Top-Gagen verteilt.
Quelle: oe24
Credits: APA
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