Wenn Politiker Grafikdesigner spielen: ÖVP schlägt Stocker-Arnie-Schein vor

Wenn Politiker Grafikdesigner spielen: ÖVP schlägt Stocker-Arnie-Schein vor

Die Europäische Zentralbank will ihre Banknoten neu gestalten lassen – und Österreichs Politik hat daran offenbar richtig Gefallen gefunden. Nach Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig meldet sich nun auch die ÖVP-Zentrale mit einem eigenen, augenzwinkernden Vorschlag zu Wort.

Die EZB sucht neue Motive

Ausgangspunkt der ganzen Geschichte ist ein ernsthaftes Vorhaben der Europäischen Zentralbank. Wie die EZB in einer offiziellen Pressemitteilung bekanntgab, wurden zehn Gestaltungsvorschläge für die nächste Euro-Banknotenserie in die Endauswahl aufgenommen. Die Entwürfe orientieren sich an zwei Themen: „Europäische Kultur“ sowie „Flüsse und Vögel“. Zustande gekommen sind sie über einen EU-weiten Designwettbewerb, an dem sich mehr als 1.200 Grafikdesigner beteiligten; eine unabhängige, 21-köpfige Fachjury wählte daraus die zehn Finalisten aus. Bis zum 21. September 2026 können alle Menschen in Europa über eine Online-Umfrage auf der EZB-Website ihre Meinung dazu abgeben. Die endgültige Entscheidung soll der EZB-Rat voraussichtlich gegen Jahresende treffen – bis die neuen Scheine tatsächlich im Portemonnaie landen, dürften aber noch Jahre vergehen.

Totschnig macht den Anfang

Den ersten Schritt in die österreichische Polit-Posse machte Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig (ÖVP). Wie oe24 berichtet, brachte sein Ressort einen nicht ganz ernst gemeinten eigenen Gestaltungsvorschlag ins Spiel – mit der heimischen Landwirtschaft als Inspiration. Auch Heute.at griff die Aktion unter dem Titel „Her mit der Marie“ auf und ordnete sie klar als humorvollen Beitrag zur öffentlichen EZB-Konsultation ein.

Die ÖVP zieht nach: Stocker und Schwarzenegger auf dem 20er

Aus dem einzelnen Ministerscherz ist inzwischen ein kleiner parteiinterner Trend geworden. Der Instagram-Account der ÖVP veröffentlichte einen eigenen Vorschlag für den 20-Euro-Schein: Zu sehen sind darauf Bundeskanzler Christian Stocker und „Terminator“-Star Arnold Schwarzenegger, wie oe24 schreibt. Unter Verweis auf die laufende EZB-Umfrage kommentierte der Account süffisant: „Ein Motiv wurde bei den Vorschlägen eindeutig übersehen.“ Der gebürtige Steirer Schwarzenegger gilt in Österreich traditionell als beliebte Identifikationsfigur quer durch die Parteien – seine Kombination mit dem amtierenden Kanzler auf einem fiktiven Geldschein ist entsprechend als politischer Insider-Scherz zu verstehen, nicht als ernsthafter Beitrag zur EZB-Konsultation.

Ein Scherz mit Wiedererkennungswert

Ernst zu nehmen ist an der ganzen Aktion vor allem eines: das Werbe- und Kommunikationsgeschick dahinter. Während die EZB mit ihren Kulturmotiven und Vogelmotiven um ernsthafte Zustimmung wirbt, nutzen heimische Politiker die mediale Aufmerksamkeit für launige Eigenwerbung – ganz ohne echten Einfluss auf die tatsächliche Design-Entscheidung, die allein beim EZB-Rat liegt.

Credits: BKA/Christopher Dunker

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