Weniger Schüler ohne Deutschkenntnisse: ÖVP feiert Trendwende – doch jeder zweite Erstklässler versteht den Lehrer nicht

Weniger Schüler ohne Deutschkenntnisse: ÖVP feiert Trendwende – doch jeder zweite Erstklässler versteht den Lehrer nicht

Die Zahl außerordentlicher Schüler in Wien sinkt erstmals deutlich – um 18 Prozent. Hinter dem Rückgang stecken aber mehrere Faktoren, und die Lage bleibt angespannt.

Historischer Hochstand, jetzt Rückgang

Wie ORF Wien unter Berufung auf Zahlen des Bildungsministeriums berichtet, wird für das kommende Schuljahr 2026/27 ein deutlicher Rückgang bei sogenannten außerordentlichen Schülern erwartet – also Kindern, deren Deutschkenntnisse nicht ausreichen, um dem Unterricht regulär zu folgen. Konkret sinkt die Zahl in Wien von zuletzt 18.901 auf rund 15.555 – ein Minus von 18 Prozent. Der Höchststand war 2024 mit 20.268 erreicht worden, wie ORF Wien festhält. Österreichweit werden laut heute.at für das kommende Schuljahr 39.960 außerordentliche Volksschüler erwartet – 40,7 Prozent davon entfallen auf Wien.

Drei Gründe für den Rückgang

Das Bildungsministerium nennt laut heute.at drei Ursachen für die Entspannung. Erstens haben ukrainische Kinder, die nach dem Kriegsausbruch 2022 nach Österreich geflohen sind und als außerordentliche Schüler geführt wurden, mittlerweile ausreichende Deutschkenntnisse erworben und den Sonderstatus verlassen. Zweitens zeigt die verstärkte Deutschförderung Wirkung. Drittens habe der Stopp des Familiennachzugs den Zustrom neuer Kinder mit mangelnden Deutschkenntnissen reduziert. Wie ORF Wien erinnert, kamen zuvor noch mehrere hundert Kinder pro Monat über den Familiennachzug neu nach Wien und benötigten Schulplätze.

ÖVP schreibt sich den Erfolg zu

Die Wiener ÖVP sieht in den Zahlen vor allem die Wirkung ihrer eigenen Migrationspolitik. „Innenminister Gerhard Karner hat geliefert: Der Rückgang bei den außerordentlichen Schülern ist vor allem ein Zeichen dafür, dass die Volkspartei auf Bundesebene richtige Maßnahmen gesetzt hat“, erklärte ÖVP-Generalsekretär Nico Marchetti laut oe24. ÖVP-Wien-Klubobmann Harald Zierfuß warnte gleichzeitig, dass Wien trotz der positiven Entwicklung weiterhin ein „bildungspolitischer Notstand“ sei: Innerhalb von fünf Jahren sei der Anteil außerordentlicher Schulanfänger von 41 auf 51 Prozent gestiegen. „Die außerordentlichen Schüler von heute sind die Mindestsicherungsbezieher von morgen“, so Zierfuß laut heute.at.

Credits: Parlamentsdirektion / ​Johannes Zinner

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