Österreich stockt seine humanitäre Hilfe für die Ukraine auf. Wie das Außenministerium am Donnerstag mitteilte, werden weitere drei Millionen Euro aus dem Auslandskatastrophenfonds bereitgestellt. Das Geld soll gezielt dort ankommen, wo es im eiskalten Winter am dringendsten gebraucht wird: bei der notleidenden Zivilbevölkerung.
Drei Organisationen teilen sich die Hilfe
Die drei Millionen Euro werden gleichmäßig verteilt: Je eine Million geht an das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK), das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (UNICEF) und den UN-Flüchtlingskommissar (UNHCR). Wie das Außenministerium auf seiner Website bekannt gab, sollen diese Organisationen winterfeste Notunterkünfte bereitstellen und zerstörte Heizanlagen reparieren. Zusätzlich werden Generatoren und Heizöl geliefert.
Der konkrete Bedarf ist dramatisch: Seit Beginn der Heizsaison wurden über 250 Angriffe auf Energieinfrastrukturen registriert. Bei zweistelligen Minusgraden sind über eine Million Menschen ohne Heizung, Strom und teilweise ohne Wasser. Besonders schwer getroffen sind Kiew, Dnipropetrowsk, Sumy, Odesa und Charkiw.
Regierung spricht von „grausamer Kriegsführung“
Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP) findet deutliche Worte. „In einer besonders grausamen Form der Kriegsführung greift Russland in der Ukraine ganz gezielt lebenswichtige Energieinfrastruktur an, was bei diesen winterlichen Temperaturen katastrophale humanitäre Folgen hat“, so Stocker laut oe24.at. Österreich lasse die Menschen nicht im Stich und leiste einen wichtigen Beitrag, um das Leid der Zivilbevölkerung zu lindern.
Vizekanzler Andreas Babler (SPÖ) betont die europäische Solidarität: „Europa muss gerade jetzt zeigen, dass wir zusammenstehen – genau das tun wir in der Ukraine.“ Die Zerstörung der Infrastruktur habe schlimme Folgen für die Zivilbevölkerung, so Babler. Es mache ihn stolz, dass Österreich „unverbrüchlich an der Seite der ukrainischen Bevölkerung“ stehe.
Außenministerin Beate Meinl-Reisinger (NEOS) verweist auf die Dringlichkeit: „Gerade in den letzten Wochen ist die Lage noch dramatischer geworden. Es herrscht klirrende Kälte, deshalb zählt jeder Tag.“
Über 138 Millionen Euro seit Kriegsbeginn
Die aktuellen drei Millionen sind Teil eines größeren Engagements. Wie das Außenministerium auf seiner Website ausweist, hat Österreich seit Beginn des russischen Angriffskriegs im Februar 2022 bis Ende 2025 mehr als 138 Millionen Euro an humanitärer Hilfe für die Ukraine mobilisiert. Hinzu kommen Unterstützungen für den Betrieb von Bildungs-, Gesundheits- und Sozialeinrichtungen.
Nach Angaben des UN-Flüchtlingskommissars (UNHCR) sind derzeit 3,7 Millionen Menschen innerhalb der Ukraine auf der Flucht. Mehr als fünf Millionen Ukrainer haben jenseits der Landesgrenzen in Europa Zuflucht gesucht. Mindestens 10,8 Millionen Menschen benötigen laut dem Amt der Vereinten Nationen für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten (UNOCHA) humanitäre Hilfe. Über fünf Millionen Menschen sind von akuter Nahrungsunsicherheit betroffen.
Hilfe für Notunterkünfte und Heizanlagen
Konkret sollen mit den neuen Mitteln Häuser und Wohnungen für bedürftige Menschen wieder bewohnbar gemacht werden. Die humanitären Organisationen konzentrieren sich dabei auf die Reparatur und Instandhaltung von Heizanlagen sowie die Versorgung mit winterfesten Notunterkünften. Besonders stark betroffen sind Frauen und Kinder, Menschen mit Behinderung, Verwundete und Kranke sowie ältere und gebrechliche Menschen.
Quellen:
- Außenministerium Österreich (BMEIA)
- oe24.at
- UNHCR (UN-Flüchtlingskommissar)
- UNOCHA (Amt der Vereinten Nationen für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten)
- PULS 24
- Ukrinform
Credits: APA
Neueste Kommentare