Weitere Abschiebung nach Afghanistan: Regierung setzt Kurs fort

Weitere Abschiebung nach Afghanistan: Regierung setzt Kurs fort

In der Nacht auf Sonntag hat Österreich erneut einen afghanischen Straftäter abgeschoben. Der 33-jährige Mann, der seit 2015 in Österreich lebte, wurde über Istanbul nach Kabul ausgeflogen. Dort übergaben ihn Vertreter österreichischer Behörden an die zuständigen Stellen. Wie das Innenministerium mitteilte, verbrachte der Mann rund die Hälfte seiner Zeit in Österreich in Haft.

Mehrfache Verurteilungen und Schubhaft

Der Afghane war in den vergangenen Jahren sechsmal strafrechtlich verurteilt worden, unter anderem wegen schwerer Gewaltdelikte. Insgesamt weist sein Strafregister neun Eintragungen auf. Von den 10,5 Jahren, die er in Österreich verbrachte, saß er etwa fünf Jahre in Justizanstalten. Nach Verbüßung seiner letzten Haftstrafe wurde er direkt in Schubhaft genommen und schließlich abgeschoben.

Identifizierung durch afghanische Behörden

Die Abschiebung wurde möglich, nachdem der Mann im vergangenen Jahr von einer Delegation der afghanischen Verwaltung in Wien identifiziert worden war. Auf dieser Grundlage stellte die afghanische Seite ein sogenanntes Heimreisezertifikat aus – eine notwendige Voraussetzung für die Rückführung nach Kabul.

Innenminister Karner: „Schritt für Schritt zum Regelfall“

Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) betonte nach der Abschiebung die Entschlossenheit der Regierung, ihren Kurs in Migrationsfragen fortzusetzen. „Die Abschiebeoffensive geht weiter. Auch nach Syrien und Afghanistan werden Abschiebungen Schritt für Schritt vom Einzelfall zum Regelfall“, erklärte Karner.

Erst kürzlich hatte das Innenministerium neue Zahlen veröffentlicht: Im Jahr 2025 wurden erstmals in der Zweiten Republik mehr als 14.000 Personen abgeschoben, darunter Straftäter und Menschen ohne gültigen Aufenthaltsstatus. Die aktuelle Abschiebung nach Afghanistan wird als weiteres Signal für die konsequente Umsetzung dieser Politik gewertet.

Kontroverse um Abschiebungen nach Afghanistan

Die Abschiebungspolitik der Regierung bleibt umstritten. Während die Regierung auf die Notwendigkeit verweist, die öffentliche Sicherheit zu gewährleisten, kritisieren Menschenrechtsorganisationen die Rückführungen in Länder wie Afghanistan, das weiterhin von einer instabilen Sicherheitslage geprägt ist. Laut Berichten internationaler Organisationen bleibt die Lage in Afghanistan für Rückkehrer oft lebensgefährlich.


Quellen:

  • Bericht auf oe24.at
  • Angaben des österreichischen Innenministeriums

Credits: APA

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