Wegen mehrfachen Vergewaltigungen 18 Jahre Haft für gefeierten Islamwissenschaftler

Wegen mehrfachen Vergewaltigungen 18 Jahre Haft für gefeierten Islamwissenschaftler

Der einst hoch angesehene Islamwissenschaftler Tariq Ramadan wurde von einem Pariser Strafgericht zu 18 Jahren Haft verurteilt. Der 63-Jährige, Enkel des Gründers der Muslimbruderschaft, wurde für schuldig befunden, zwischen 2009 und 2016 drei Frauen vergewaltigt zu haben – darunter eine besonders schutzbedürftige Person.

Ein Urteil mit Signalwirkung

Wie die Vorsitzende Richterin Corinne Goetzmann betonte: „Einwilligung in sexuelle Handlungen bedeutet nicht, dass man jeder sexuellen Handlung, egal welcher Art, zustimmt.“ Das Gericht entschied zudem, dass Ramadan nach Verbüßung seiner Strafe ein endgültiges Einreiseverbot für Frankreich erhält. Acht Jahre lang wird er unter gerichtlicher Aufsicht stehen und darf weder Kontakt zu den Opfern aufnehmen noch öffentliche Äußerungen zu den Taten machen.

Die Taten im Detail

Die Verbrechen, die Ramadan zur Last gelegt wurden, ereigneten sich in Lyon, Paris und an weiteren Orten. Besonders erschütternd: Eine der Frauen, die Anzeige erstattete, war eine ehemalige Salafistin, die später zur säkularen Aktivistin wurde. Sie brachte den Fall 2017 ins Rollen. Die anderen Opfer berichteten von ähnlichen Übergriffen, die sich über Jahre hinweg zogen.

Wiederholungstäter?

Ramadan war bereits 2025 in der Schweiz wegen Vergewaltigung und sexueller Nötigung verurteilt worden. Damals hatte das Genfer Kantonsgericht ihn zu drei Jahren Haft, davon eines auf Bewährung, verurteilt. Die Schweizer Justiz wies seinen Rekurs ab und bestätigte die Schuld des Islamwissenschaftlers.

Ein tiefer Fall

Ramadan, der einst als Professor an der renommierten Universität Oxford lehrte, wurde bereits 2017 suspendiert, nachdem die ersten Vorwürfe laut wurden. Sein Absturz vom gefeierten Gelehrten zum verurteilten Straftäter ist ein erschütterndes Beispiel dafür, wie Macht und Einfluss missbraucht werden können.

Quellen: exxpress.at, NZZ, stern.de, watson.ch, swissinfo.ch

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