Nur Tage vor der alles entscheidenden Parlamentswahl in Ungarn steigt die Spannung ins Unermessliche. US-Vizepräsident JD Vance ist samt Ehefrau Usha in Budapest gelandet. Sein klares Ziel: Er will Regierungschef Viktor Orbán im härtesten Wahlkampf seiner Karriere den Rücken stärken.
Eine neue goldene Ära?
Der rote Teppich wurde bereits am Flughafen ausgerollt. Wie oe24.at berichtet, nahm Ungarns Außenminister Péter Szijjártó den hohen Besuch aus Washington persönlich in Empfang. Szijjártó sprach im Staatsfernsehen voller Stolz davon, dass nun ein „neues goldenes Zeitalter“ der amerikanisch-ungarischen Beziehungen anbreche. Es geht bei diesem Besuch um weit mehr als nur freundliche Händedrucke. Für Orbán steht am 12. April seine politische Zukunft auf dem Spiel.
Harter Kampf um die Wähler
Nach 16 Jahren ununterbrochener Macht fürchten Orbán und seine Fidesz-Partei erstmals eine echte Niederlage. Der Herausforderer Péter Magyar und seine Tisza-Partei jagen dem Regierungschef die Wähler ab. Wie Al Jazeera meldet, sehen manche Umfragen die Opposition sogar mit bis zu 20 Prozent in Führung. Das lässt in Budapest die Alarmglocken schrillen. Um das Ruder noch herumzureißen, zieht Orbán jetzt sein größtes Ass aus dem Ärmel. Laut BBC ist ein gewaltiger gemeinsamer Wahlkampfauftritt von Vance und Orbán in einem Fußballstadion geplant. Dort wollen sie Themen wie Energiesicherheit, Migration und die enge Partnerschaft beider Länder in den Mittelpunkt stellen.
Washington greift ein
Die amerikanische Regierung macht keinen Hehl aus ihren Sympathien. Präsident Donald Trump sprach Orbán bereits vor Wochen seine völlige und uneingeschränkte Unterstützung aus. Trump sieht in ihm einen starken Anführer, der westliche Werte verteidigt. Vance bringt diese Botschaft nun persönlich auf die große Bühne nach Europa. Wie Responsible Statecraft berichtet, ist dem Weißen Haus stark daran gelegen, eine Wahlniederlage des wichtigen europäischen Verbündeten abzuwenden.
Die Opposition tobt indes. So berichtet Die Zeit, dass Herausforderer Magyar scharf gegen die Schützenhilfe aus den USA feuert und vor einer massiven ausländischen Einmischung in den ungarischen Wahlkampf warnt. Ob der glanzvolle Besuch aus Übersee am Sonntag wirklich die rettenden Stimmen für Orbán bringt, wird sich an der Wahlurne zeigen. Die Nervosität in Budapest ist jedenfalls spürbar.
Quellen: oe24.at, BBC, Al Jazeera, Responsible Statecraft, Die Zeit
Credits: APA
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