Waffenruhe zum 9. Mai: Kiew und Moskau kündigen Feuerpause an

Waffenruhe zum 9. Mai: Kiew und Moskau kündigen Feuerpause an

Kurz vor dem russischen Gedenktag zum Ende des Zweiten Weltkriegs haben beide Kriegsparteien eine Waffenruhe angekündigt. Was nach Annäherung klingt, folgt einem bekannten Muster — und hat auch diesmal einen Haken.

Russland macht den ersten Schritt, Ukraine folgt

Das russische Militär kündigte Montagabend eine einseitige Feuerpause für den 8. und 9. Mai an — auf Anweisung von Präsident Wladimir Putin, wie orf.at berichtet. Am 9. Mai begeht Russland traditionell den „Tag des Sieges“ über Nazi-Deutschland, verbunden mit aufwendigen Paraden und staatlichen Gedenkfeierlichkeiten.

Selenskyj zog kurz darauf nach und verkündete seinerseits eine Feuerpause, die in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch um Mitternacht beginnen soll. Gleichzeitig machte er deutlich, dass Kiew bisher „keine offizielle Anfrage“ zu einer Einstellung der Kampfhandlungen erhalten habe — eine bemerkenswert kühle Anmerkung angesichts der eigenen Waffenruhe-Ankündigung.

Das Muster ist bekannt — und ernüchternd

Solche kurzzeitigen Feuerpausen über Feiertage sind kein neues Phänomen, wie orf.at festhält. Zuletzt gab es einen vergleichbaren Versuch über das orthodoxe Osterfest Mitte April. Das Ergebnis: Beide Seiten verzichteten für rund 30 Stunden auf Raketen- und Drohnenangriffe im Hinterland — an der Frontlinie wurde jedoch weiter gekämpft. Russland und die Ukraine warfen einander anschließend jeweils mehrere tausend Verstöße vor.

Auch zum Tag des Sieges 2025 hatte Putin eine dreitägige Feuerpause angeordnet. Was folgte, war keine Deeskalation, sondern eine Fortsetzung des Krieges nach dem Gedenktag.

Parade ohne Panzer — aus Angst vor Drohnen

Bemerkenswert ist, dass die traditionelle Militärparade auf dem Roten Platz in Moskau in diesem Jahr erstmals seit 2007 ohne Panzer und Raketen stattfinden wird. Das russische Verteidigungsministerium begründete den Verzicht mit der „operativen Lage“ — gemeint ist die Angst vor ukrainischen Drohnenangriffen, die zuletzt auch ein Luxushochhaus in Moskau trafen.

Neun Tote bei russischen Angriffen am Montag

Während die Waffenruhe-Ankündigungen kursierten, starben am Montag laut orf.at mindestens neun Menschen bei russischen Angriffen auf die Ukraine. Bei einem Raketenangriff auf die Stadt Merefa in der Region Charkiw wurden sieben Menschen getötet, im Süden des Landes starben zwei weitere bei einem Drohnenangriff. In Moskau hingegen blieb der ukrainische Drohnenangriff auf ein Hochhaus ohne Todesopfer — zwei weitere Drohnen wurden von der Luftabwehr abgefangen.

Credits: APA

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