Wachablöse an der Weltspitze: Amazon stürzt Walmart vom Thron

Wachablöse an der Weltspitze: Amazon stürzt Walmart vom Thron

Der ewige Spitzenreiter Walmart ist geschlagen. Amazon hat sich im Geschäftsjahr 2025 die Krone als umsatzstärkstes Unternehmen der Welt gesichert. Mit einem gigantischen Jahresumsatz von 716,9 Milliarden US-Dollar zieht der Tech-Gigant an dem traditionellen Einzelhändler vorbei, der auf 713,2 Milliarden Dollar kam.

Über ein Jahrzehnt lang war Walmart das Maß aller Dinge. Seit 2014 führte der US-Handelsriese laut der renommierten „Fortune-Global-500“-Liste die Rangfolge unangefochten an. Doch diese Dominanz ist nun Geschichte. Die Wachablöse symbolisiert mehr als nur nackte Zahlen – sie zeigt den unaufhaltsamen Siegeszug der digitalen Plattformökonomie über den klassischen Stationärhandel.

Tech-Turbo gezündet: Cloud-Geschäft als geheime Geldmaschine

Wer glaubt, dieser Triumph sei nur durch Pakete zustande gekommen, der irrt gewaltig. Zwar bleibt der Online-Marktplatz das Herzstück, doch der wahre Wachstumsmotor brummt im Hintergrund. Wie die Tagesschau unter Berufung auf Bloomberg analysiert, ist der Aufstieg auch massiv dem Technologiebereich zu verdanken.

Rund ein Fünftel der gesamten Erlöse sprudeln mittlerweile aus den Amazon Web Services (AWS). Das Cloud-Geschäft mit Rechenzentren und IT-Infrastruktur wuchs zuletzt um rasante 24 Prozent – deutlich schneller als der Gesamtkonzern. Hier zeigt sich die brutale Effizienz des Modells: Während Walmart mühsam um jeden Prozentpunkt im Einzelhandel kämpft (+4,7 Prozent Umsatz), legt Amazon dank seiner Tech-Sparte insgesamt um satte 12,4 Prozent zu.

Investitions-Offensive: 200 Milliarden für die Zukunft

Ausruhen auf dem Spitzenplatz? Fehlanzeige. Um die Konkurrenz weiter auf Abstand zu halten, öffnet der Konzern die Kriegskasse ganz weit. Amazon plant eine gigantische Investitionen von rund 200 Milliarden Dollar.

Die Marschrichtung ist klar: Das Geld fließt in Künstliche Intelligenz, spezialisierte Chips und Robotik für die Logistikzentren. Auch satellitengestützte Netzwerke stehen auf der Agenda. Der Spiegel ordnet ein, dass dieser Fokus auf KI auch Schattenseiten hat: Um die Effizienz zu steigern, kündigte Amazon zuletzt den Abbau von 16.000 Bürojobs an. Der Mensch wird teils durch die Maschine ersetzt, um die Vormachtstellung zu sichern.

Ein Aufstieg im Zeitraffer

Der Weg an die Spitze gleicht einem Sprint. Noch 2020 tauchte Amazon gerade erst in den Top-10 auf. 2022 kletterte man auf Rang zwei. Jetzt, nur wenige Jahre später, steht der Konzern ganz oben. Für die deutsche Wirtschaft ist der Blick auf die Weltrangliste übrigens ernüchternd: Wie der Deutschlandfunk anmerkt, lag das umsatzstärkste deutsche Unternehmen, Volkswagen, zuletzt nur auf Platz 12.

Die Botschaft aus den USA ist eindeutig: Wer im globalen Rennen um die Milliarden mitspielen will, kommt an massiver Digitalisierung und Cloud-Technologie nicht mehr vorbei. Walmart ist gewarnt – und Amazon ist gekommen, um zu bleiben.

Quellen: exxpress.at, Tagesschau, Spiegel, Deutschlandfunk
Credits: APA

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