Vorwurf der Vetternwirtschaft: FPÖ fordert sofortigen Rücktritt Bablers

Vorwurf der Vetternwirtschaft: FPÖ fordert sofortigen Rücktritt Bablers

30.000 Euro Steuergeld gingen von SPÖ-Ministern und dem Vizekanzler in nur 100 Tagen für externe Beratungsleistungen an eine Agentur, in der die frühere SPÖ-Pressedienst-Chefredakteurin Geschäftsführerin ist: Der Medien-Coaching-Skandal von Andreas Babler wird zunehmend zur Belastung für die gesamte Dreier-Koalition. Die FPÖ fordert nun auch den Rücktritt Bablers.

Dass die Beauftragung der Wiener Werbe- und Krisenkommunikations-Agentur bettertogether GmbH durch Andreas Babler, Sozialministerin Korinna Schumann (SPÖ) und Justizministerin Anna Sporrer (SPÖ) ein Zufall sein könnte, bezweifelt wohl jeder denkende Österreicher: Immerhin haben die drei SPÖ-Regierungsmitglieder genau jenes Unternehmen ausgewählt, in dem eine Genossin – Ex-SPÖ-Pressedienst-Chefredakteurin Catherina Straub – als eine der beiden Geschäftsführer tätig ist.

In den ersten 100 Tagen der Dreier-Koalition ließen die zwei Ministerinnen und der Vizekanzler für Coaching-Leistungen mehr als 30.000 Euro an diese Agentur überweisen. Die Tageszeitung Heute listete diese Ausgaben genau auf: Wohnministerium (Andreas Babler): 5760 Euro, Justizministerium (Anna Sporrer): 7320 Euro, Sozialministerium (Korinna Schumann): 17.304 Euro.

Noch mehr Verflechtungen zwischen der beauftragten Agentur und der SPÖ

Und noch ein Detail dazu: Bablers jetzige Kommunikationschefin Raphaela Pammer war zuvor als ‚Senior Consultant‘ bei bettertogether tätig, Pammer arbeitete insgesamt 18 Monate bei ‚bettertogether‘, davor zweieinhalb Jahre in der Öffentlichkeitsarbeit der Fraktion Sozialdemokratischer GewerkschafterInnen (FSG). Nach ihrer Tätigkeit bei bettertogether war sie noch für die SPÖ-nahe Wiener Ärztekammer tätig, ehe sie ab Juni 2023 als Pressesprecherin für Andreas Babler fungierte – zunächst sogar in der Partei, mittlerweile im Vizekanzleramt als Kommunikationschefin.

Die Opposition findet diese Vorgangsweise „unerhört“ – nach der grünen Ex-Ministerin Alma Zadic kritisiert auch die FPÖ scharf diese externen Kosten. FPÖ-Generalsekretär Michael Schnedlitz: „Dass ausgerechnet eine Agentur zum Zug kommt, bei der Bablers jetzige Kommunikationschefin zuvor als ‚Senior Consultant‘ tätig war, hat mehr als nur einen schalen Beigeschmack.“

Schnedlitz fordert von Babler sogar den Rücktritt: „Die Österreicher haben sich mit der Angelobung dieser Bundesregierung keine rot-schwarzen Freunderlnetzwerke, sondern politische Sauberkeit erwartet. Wenn Babler glaubt, er kann sich mit Steuergeld auf Kosten der Bürger medientrimmen lassen und gleichzeitig befreundete Agenturen und offensichtlich sogar noch nähere „Freunderl“ bedienen, dann hat er sich massiv getäuscht.“

Credit: APA

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