Vom Ski-Star zum Aktivist: Ex-ÖSV-Held von israelischer Armee festgenommen

Vom Ski-Star zum Aktivist: Ex-ÖSV-Held von israelischer Armee festgenommen

Der ehemalige ÖSV-Abfahrer Julian Schütter sorgt für Schlagzeilen, die weit über den Sport hinausgehen. Der 26-jährige Steirer wurde im Rahmen seiner Teilnahme an einer umstrittenen Gaza-Hilfsflotte von der israelischen Marine festgenommen. Mit an Bord war auch die bekannte Klimaaktivistin Greta Thunberg.

Dramatische Szenen auf hoher See

Die Situation eskalierte auf dem Mittelmeer. Die sogenannte „Global Sumud Flotilla“ hatte es sich zum Ziel gesetzt, die von Israel verhängte Seeblockade zu durchbrechen und Hilfsgüter direkt in den Gazastreifen zu bringen. Wie mehrere Medien, darunter CNN, berichten, fing die israelische Armee die Flotte in internationalen Gewässern ab. Die Organisatoren sprechen von einem „illegalen Angriff“, während Israel die Aktion als Notwendigkeit zum Schutz der eigenen Grenzen und zur Verhinderung von Provokationen verteidigt. Laut dem israelischen Außenministerium wurden die Aktivisten sicher gestoppt und nach Israel gebracht, wo ihre Abschiebung eingeleitet werden soll.

Schütters dramatische Videobotschaft

Kurz vor dem Zugriff meldete sich Schütter selbst mit einer dramatischen Videobotschaft auf Instagram zu Wort. „Wenn ihr dieses Video seht, bin ich von den israelischen Besatzungsmitgliedern entführt worden“, erklärte er in dem Clip, der vom Account „movementtogaza.austria“ verbreitet wurde. Er betonte, die Mission sei gewaltfrei und im Einklang mit internationalem Recht gewesen. Er kritisierte die israelischen Kräfte scharf: „Die, die uns wie Verbrecher behandeln wollen, sind verantwortlich für das größte Verbrechen unserer Zeit: einen absolut offensichtlichen Genozid“, so Schütter laut einem Bericht von „Heute“.

Vier Österreicher an Bord

Insgesamt befanden sich vier Österreicher an Bord der Flotte, wie die „Kronen Zeitung“ berichtet. Das österreichische Außenministerium in Wien hat bereits reagiert. Man stehe in engem Kontakt mit den israelischen Behörden, um den Staatsbürgern, sofern sie es wünschen, konsularische Unterstützung zu leisten und eine schnelle Rückkehr zu ermöglichen. Gleichzeitig wird auf die geltende Reisewarnung für den Gazastreifen hingewiesen, die die Hilfsmöglichkeiten einschränkt.

Vom Rennanzug zum Aktivismus

Julian Schütters Weg ist ungewöhnlich. Nach einer vielversprechenden Karriere im Skisport, die ihn bis in den Weltcup führte, beendete er im Februar 2024 nach einer schweren Verletzung seine Laufbahn. Schon während seiner aktiven Zeit fiel er als engagierter Umwelt- und Klimaaktivist auf. Seine klare Haltung und sein Engagement für verschiedene soziale Themen brachten ihm nicht nur Zuspruch, sondern auch Kritik ein. Mit der Teilnahme an der Gaza-Hilfsflotte rückt er nun erneut ins Zentrum der öffentlichen Aufmerksamkeit.

Credits: APA

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