Hanna Hansen, einst gefeiertes Model und Kickbox-Weltmeisterin, sorgt für Schlagzeilen – jedoch nicht mehr auf den Laufstegen oder im Ring. Die 41-Jährige hat sich in den letzten Jahren zu einer zentralen Figur der radikalen Salafistenszene entwickelt. Mit über 200.000 Followern auf Social Media propagiert sie ein Weltbild, das Frauen in die Scharia-Hölle lockt. Doch wie konnte es so weit kommen?
Vom Glamour zur Radikalisierung
Noch vor wenigen Jahren war Hanna Hansen ein Star der Modewelt. Sie lief für Marken wie Hugo Boss und Escada, posierte für Vivienne Westwood und genoss das Rampenlicht. Nach ihrer Karriere als Kickboxerin, die sie aufgrund einer Augenverletzung 2022 beenden musste, änderte sich jedoch alles. 2023 konvertierte sie zum Islam und begann, eine rückwärtsgewandte Ideologie zu verbreiten. Laut dem WDR nutzt sie ihre Reichweite, um eine islamistische Weltanschauung zu propagieren und für salafistische Veranstaltungen zu werben.
Social Media als Propaganda-Werkzeug
Mit emotionalen Botschaften und ihrer vermeintlichen „Erweckungsgeschichte“ erreicht Hansen vor allem junge Frauen. Sie inszeniert den Hijab als Symbol der Ermächtigung und ruft dazu auf, den Säkularismus aus dem Leben zu verbannen. Der bayerische Verfassungsschutz beschreibt ihre Videos als „nahbar und identitätsstiftend“, was sie besonders für junge Frauen attraktiv macht. Wie 20 Minuten berichtet, spricht Hansen in ihren Predigten von Höllenfeuer und dem Teufel und fordert ihre Follower auf, sich streng an die Scharia zu halten.
Gefährliche Netzwerke und prominente Kontakte
Hansen ist nicht allein. Sie pflegt enge Kontakte zu bekannten Figuren der salafistischen Szene, darunter der ehemalige Boxer Pierre Vogel und der verurteilte Terror-Unterstützer Sven Lau. Letzterer wurde 2017 wegen Unterstützung einer Terrorgruppe in Syrien zu fünfeinhalb Jahren Haft verurteilt. Nach seiner Freilassung kehrte er in die extremistische Szene zurück. Laut dem WDR haben salafistische Prediger wie Vogel gezielt die Nähe zu Hansen gesucht, da sie als Identifikationsfigur für junge Frauen dient.
Ein Weltbild aus dem Mittelalter
Die Ideologie, die Hansen verbreitet, basiert auf der Scharia, einer strengen islamischen Gesetzessammlung. Frauen sollen sich züchtig kleiden, ihrem Mann gehorchen und ein Leben nach den Regeln des Mittelalters führen. Der Verfassungsschutz beschreibt diese Doktrin als „Gegenentwurf zu westlichen Frauenbildern und Schönheitsidealen“. Wie Focus Online berichtet, lehnt Hansen die westliche Lebensweise ab und propagiert eine strikte Trennung der Geschlechter.
Staatsschutz im Einsatz
Die Sicherheitsbehörden haben Hansen längst im Visier. Der Verfassungsschutz in Bayern und Nordrhein-Westfalen beobachtet ihre Aktivitäten genau. Ihre Missionierungsarbeit, auch bekannt als Da’wa, zielt darauf ab, junge Frauen in die salafistische Szene zu ziehen. Besonders brisant: Hansen wirbt für sogenannte Umra-Reisen, Pilgerfahrten nach Mekka, die in der Szene als Mittel zur Radikalisierung gelten. Laut dem WDR steht die Polizei in engem Austausch mit dem Verfassungsschutz, um ihre Veranstaltungen zu überwachen.
Credits: Instagram / hannahansenofficial
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